Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293581
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Oberitalien. 
Schulen. 
Lombardische 
Kirchen hinzog, zum Theil auch für seine Paläste brauchte, 
Ferner war eben sowol als Baumeister, denn als Maler Anton- 
niaria Viani, Vianino genannt, dort, ein Cremoner und 
Schüler der Campi. In ihrem Style ist die Friesverzierung, 
welche um die Hofgallerie geht, wo auf goldenem Grunde unter 
heiternnßlumengehäng ein Schwarm höchst lieblicher Knaben 
in Helldunkel gemalt scherzt. ln demselben Campischen Ge- 
schmack malte er auch mehrere heilige Gemälde, wie den heil. 
Michael in S. Agnese, das Paradies bei den Ursulinerinnen; 
und nach Vincenzo's Tode diente er seinen drei Nachfolgern, 
starb in blantua und hatte dort seine Familie gegründet. 
Kurz darauf ward der Römer Domenico Feti Hofma- 
_ler daselbst, dessen Erziehung durch Cigoli schon früher er- 
wähnt ward. Ferdinand, erst Cardinal, dann Herzog von Man- 
tua, hatte ihn von Rom an seinen Hof mitgebracht, wo er 
Musse hatte, sieh durch Studium der besten Lombarden und 
Venediger immer weiter auszubilden. Er malte- viel in Oel für 
Kirchen und Gallerien, unter andern die jetzt in der mantua- 
ner Akademie belindliehe Vervielfältigung der Brote  mehr grnsse 
Figuren zwar, als grossartigc, aber mannichfaltig, verkürzt 
und meisterlich gemalt. Ein inhaltreicheres Bild malte er am 
Chor des Doms, wiewol er in Wandbildern, gleich ,Cigoli, 
minder lobenswerth ist, als in Oelgemälden. Bei vielen Tugen- 
den seiner Composition hat er doch den Fehler allzugrosser 
Symmetrie im Gruppiren; daher immer Gleiches dem Gleichen 
in einer Ordnung entspricht, welche zwar in der Baukunst wol 
Auge und Geist befriedigt, nicht aber in der Malerei. Jugend- 
liche Ausschweifungen entrissen dies schöne Talent in seiner 
besten Bliithe der Malerei in Venedig, Jener Hof, dem der 
Kunstgeschmack gleichsam angeboren war, brauchte auch Ti- 
zian, Coreggio, Genga, Tintoretto, Albani, Hu- 
bens, Gessi, Gerola, Vermiglio, Castiglione, Lode- 
vico Bertucci und andere tüchtige Männer in seinen Dien- 
stcn, welche entweder in besonderm Auftrag hin berufen, oder 
lange fest angestellt wurden. Daher wurde diese Stadt eine 
der geschmücktesten in Italien, und wiewol sie bei der Plün- 
derung von 1630 einen Schatz von Gemälden verlor, Welche 
im herzoglichen Palaste waren und jetzt an mchrern Orten 
zerstreut sind, so hat sie doch immer noch Öffentlich und in
        

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