Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293557
Zweiter Zeitraum. 
Giulio Romano 
und 
seine Schule. 
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llinucci zählt ihn zu Giulio's Schule, entweder weil er 
seine Lehranstalt besuchte, oder weil er auf andere Weise sei- 
ner Leitung und seiner Muster sich bediente; und allerdings 
verräth sein Styl etwas dieser Art: Lamo, der über die cre- 
moner Maler geschrieben, schildert ihn als einen Meiter, der 
um 1538 den Bern ardino Campi unterrichtete; und hiemit 
lässt er vermuthen, dass auch sein Bruder Lnigi von ihm in 
der Kunst unterwiesen werden. Luigi war ein schwacher 
Maler und seine grösste Berühmtheit ist sein Zuname. L0- 
rcnzo Costa, der Mantuaner, wird von Vasari unter Tad- 
deo Zuccari's Gehülfen um 1560 genannt; wahrscheinlich 
War er Luigits, oder lppolitrfs Sohn und erhielt diesen. 
Namen, wie es Brauch war, zum Andenken des andern L0- 
renzo Costa, seines Grossvaters, oder anderweitigen Ahn- 
hin-m, In Cadi0li's Wegzveisez- durch Jllanlua lieset man 
mehrmals, dies oder jenes Gemälde sei von den Costa, ohne 
weitere Bezeichnung; und allerdings scheinen diese in einem 
und demselben Werkzimmer gearbeitet und einen gewissen nicht 
Sehr genauen, noch gelehrten, aber, handwerklich gebildeten Styl 
gehabt zu haben. Er hat in den Köpfen etwas Liebliches, et- 
was Fleissiges in den Tinten; übrigens ist er kleinlich, nicht 
genau, nicht schattig genug, manierirt "wie wenn einer Gin- 
lirfs Leichtigkeit, nicht seine Kraft nachahmen wollte. In 
Mantua werden die Costa für die besten Anhänger der grus- 
sen Schule gehalten; auch kenne ich ausser Fachetti, der 
sich ganz auf Bildnismalerei legte, keinen Schüler, den sie ge- 
zogen hätten. 
Hier erwähne ich gern, wie Giulio nach RaffaePs 
Beispiel durch seinen Geschmack grosse Künstler in andern Fä- 
chern bildete. Er trug jene allgemeinen Begriffe von Verhält- 
UiS und Schönheit in sich, woraus er die besondern Vorschrif- 
ten für jede Arbeit ablcitete; ein ncidwürdiger Zustand jenes 
Jahrhunderts, wo die grossen liiäinnergzugleich Maler, Bildner 
und Bankünstler waren und auf die grossen Kunstwerke wie 
auf die kleinen bis zu den Majolicaschalen und hölzernen Sim- 
Sen herab ihren Einfluss erstreckten! Ob sich Giulio, nach 
Raffaels Vorgang, für Grünes und Früchte einen Gio. da 
Üdine gezogen, weiss ich nicht; wohl aber, dass der Mantua- 
ner Camillo, den Vasari „in Grün und Landschaften höchst
        

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