Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293504
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Oberitalien. 
Lombaräische 
Schulen. 
Paläste, Landhäuser, Tempel aufgeführt, mehrere davon selbst 
malte und ausschmiicktc, und somit in Mantua sich aus seinen 
Gehülfen uml Zöglingen eine Malerschule bildete, die viele Jahre 
dem Vaterlande und der Lombardei Ehre machte. 
In der römischen Schule betrachteten wir Giulio Ro- 
mano als Schüler, Erben und Fortsetzer der Arbeiten Raf- 
faels; hier wird er als Meister auftreten, der im Arbeiten und 
Lehren seines Schulenhauptcs Gang verfolgte. Er kam nach 
Mantua und fand dort einen Reichthum an alten Mariuorbil- 
dern, der sich immer mehrte, wovon die jetzt in der Akademie 
noch aufbewahrten Stand-, Brust- und Hochbilder nur kleine 
Ueberblcibsel sind. Mit diesem von den Gonzaghi ange- 
schafften Vorrathe verband er seinen eigenen. Er war reich 
an Zeichnungen nicht minder nach Alterthümern in Rom, als 
nn Raffaclsehen. Auch seine eigenen Studien waren kein 
geringer Rcichthum; denn kein Zeichner hatte wol besser 
Fruchtbarkeit der Ideen mit Wahl, Schnelligkeit mit Richtig- 
keit, Fabellehre und Geschichte mit einer gewissen Volkfass- 
lichkeit und Leichtigkeit zu verbinden verstanden. Nach sei- 
nes Meisters Tode überliess er sich seinem natürlichen Zuge 
nach dem Liehlichen freier, und arbeitete nun mehr nach einer 
durch vieljiihrige Erfahrung angenommenen Gewohnheit, als 
mit Befragung der Natur und Wahrheit. So war es ihm ein 
Spiel, den Palast in lllantua, und den vorm-städtischen del Te, 
mehrerer anderer Werke zu geschweigen, so umzugestalten, wie 
Vasarilsie beschreibt und wir ie noch jetzt sehena Soviel 
Zimmer sind darin mit vergoldeten Decken, so viele und so 
schöne Gypsarbeiten, die zum Ünterrichte der Jugend gebraucht 
werden, soviel Geschichten und Launen so wohl ausgesonnen 
und, unter einander verbunden, so vielerlei den verschiedensten 
Üertern und Gegenständen angemessene wundervolle Arbeiten, 
deren Ruhm Giulio mit keinem andern Künstler theilt! Er 
ersann diese grossen Werke, er führte sie aus, er vollendete siez). 
Er pflegte die Cartons vorher zu machen, liess sie von Sei- 
nen Schülern ausführen, überging dann mit seinem Pinsel die 
ganzen Gemälde, verbesserte die Fehler und prägte jedem seinen 
2) Vgl. Kunstbl. 1823. N. 29.: 
von Mantua. (nach Vasari). 
Jul. 
im 
Dienste des 
W. 
Herzog:
        

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