Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293486
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Oberitalien. 
Lombardische 
Schulen. 
eigene ausgah. Er war ein ausgezeichneter Bildnismaler und 
guter Componist, nicht minder in kleinen, als in grossen Bil- 
dern. Wie er auch früher gearbeitet haben möge, in manchen 
Bildern könnte man ihn harmonischer und grösser, als Andrea, 
nennen; wie in dem grossen in S. Fermo zu Verona und am 
Engelaltar in S. Eufemia, wo die Seitenhililer zwei Jungfrauen 
offenbar Raffael nachgeahmt darstellen u). Man darf mit 
ihm nicht seinen Bruder und Schüler Gio. Carotto verwech- 
seln, der tief unter ihm steht. Francesco Monsignori 
lernt man nicht jn Verona, ondern in Mantua kennen, wo 
er sich vom Marchese Francesco mit seinem Vertrauen he- 
ehrt und reichlich belohnt niederliess. Auch dieser nähert sich 
dem "neuen Geschmacks nxelir, wenn er auch nicht die schönen 
Formen uml die reine Zeichnung des Meisters erreichte; die 
Umrisse sind voller, die Gewandung minder gewöhnlich, die 
WVeichheit fleissiger behandelt. Auch in Thierhilmlcrn war er 
der Zeuxis seiner Zeit, so dass er einen lebendigen Hund mit 
einem gemalten täuschte. Er ist treillicher Fernenmaler, und 
im Franciscanerspeisesaal ist U. H. unter den Aposteln mit 
Bauwerken, welche, auch aufgemnlt, noch immer grossa Wirkung 
thun. An der Kanzel daselbst ist ein heil. Bernardino mit dem 
heil. Ludovico, eines seiner schönsten Werke; amlcrwürts So- 
ckeln mit Figürchen, die Miniatur scheinen. Er hatte einenBru- 
der Girolamo, der Dominicaner und sehr tüchtig war. Von 
ihm ist das Nachtmahlzinmxer in der grossen Benedictbibliotlick, 
welches er in Mailand von dem Lionardosclien eopirte, und 
welches für die beste Copie dieses Wunderwerks gehalten 
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I2) WVir haben schon in einer Note zu der Veroner Schule mit 
wahrer Bewunderung dieses Künstlers gedacht. Da Carutto 13 
Jahr iill-er, als Rnffael, und also schon ein ausgebildeter Künstler 
war, als RaffaePs Ruf sich über die Welt vßrbrcilele,__S0 is,t es 
nicht wahrscheinlich, dass er ihm narhahmle, XVir wissen ja ohne- 
hin aus Francesco Franciai! Leben, dass RafiaePs Ruf sei- 
nen {Werken lange vorausgegangen war und dass gerade in Oberita- 
lien erst äpäter, durch das Bild; die heil. Cecilia, die lombardischeix 
Künstler mit RaffaePs Slyl bekannt wurden. Wer ohnehin die 
Eigenlhümliehkeilen beider grnssen Künstler zu fassen vermag, wird 
eines jeden eigenen KVerIh fühlen und die Verschiedenheit beider ge- 
wahr werden, Dass aber zwei grusae, edle Menschen in vielen Fäl- 
len übereinstimmen, ist sehr hegreilliirh, ohne anzunehmen, dass eine 
Nachahmung statt lindet. Auch ist Corottos Colorit weit lichter, 
als das des Raffael, Q,
        

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