Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293476
1- Kap. Mantuaner Schule. 
IQ Zeitr. Mantegna u. s. Nachf. 
253 
Nach Mantegnfs Tode war an jenem Hofe Lorenzo 
Costa der vorzüglichste m), von welchem bei der bologner 
Schule weitliiuliger gehandelt werden wird. Er schmückte den 
Palast mit allerlei Geschichtgemiilden, die Kirchen mit Altar- 
bildern; blieb daselbst unter Franz und nachher unter Frie- 
drich bis nach 1525-, wo er das Bild seiner Familiencapelle 
malte. Dort wollte er, gleich Mantegna, begraben seyn. 
Nach desselben Beispiele gründete er auch seine Familie in 
Mantua, und seine Abstämmlinge werden uns in einem spätem 
Zeitraume wieder begegnen. Die jungen Mantegni dürfen 
nicht von diesem ältern getrennt werden und zu ihnen muss 
man Carlo del Mantegna zählen, welcher lange mit An- 
dreaiumgegangen war und seinen Styl sehr gut gelernt hatte, 
den er nachher, wie wir sehen werden, nach Genua brachte. 
Man glaubt, Carlo habe an den oben angeführten Arbeiten 
im Palast und der Capelle, sowie an andern den Mantegni 
zugeschriebenen, Theil genommen, unter welchen zwei Bilder 
der Arche im Benedictinerkloster zu Mantua sind, wo man An- 
drexfs Styl etwas erweitert, aber nicht so schöne Formen 
siebt. 'Aber etwas Aechtes und Gewisses von ihnen findet man 
selten, indem ihre Arbeiten von Kunstliebhabern mit denen des 
Schulenhauptes wegen ähnlichen Geschmacks und Namens ver- 
wechselt werden. So ist es auch hinsichtlich eines sehr bedeu- 
tenden geschichtlichen Punctcs ergangen. YVeil, wie es scheint, 
Coreggio unter Francesco Mantegna studirte, hat man 
ihn für einen Schüler des Andrea gehalten, welcher doch 
starb, als Allegri nicht älter als zwölf Jahr war  
Berühmter als die vorigen waren G i a nfr a n c e s c 0 C a- 
rotto und Francesco M onsignori aus Verona. Der 
Erste schritt so vorwärts , dass A n d r e a dieselben Werke für 
L 
10) Zani glaubt (Maler. 11.243), dass Fraucesco Mantegna 
mit dem Hofe von Mantua unzufrieden war und er daher unter dem 
Vorwand, noch für das Kloster S. Andreas beschäftigt zu leyn, Iss.- 
bella d'Este, der Gemahlin des Franceuco Gonzaga es ahsclxlug, 
ihr Bildnis zu malen, worauf Loren zo Costa von der Fürstin 
mit dieser Arbeit beauftragt wurde. Vielleicht verloren dadurch 
die Brüder Mantegna die Gunst der Markgräiin und Lorenzu 
Costa erwarb sich den Beifall des Hofs. Q. 
Meinung 
11) Dieser 
p. 242. 
ist 
der 
Secrctair B i an c o ni. 
Mrtlßriali
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.