Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293465
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Oberitalien. 
Lombardische Schulen. 
will man, wie ich höre, sie verringern s); ob mit: Recht, 
Unrecht, werden vielleicht unsere Nachkommen erfahren. 
oder 
Andrea wirkte sehr auf den Styl jenes Jahrhunderts, 
und man sieht auch ausser seiner in Mantua so blühenden 
Schule Nachahmungen. Unter seine besten Schüler werden 
Francesco und noch ein Sohn von ihm gezählt 9). Es ist 
ein Papier von ihnen vorhanden, worin sie das oben erwviihnte 
Schlosszlmmer zu vollenden versprechen, wo Andrea nur die 
Wände gemalt hatte. Sie malten das schöne Deckenstück dazu. 
Wer es untersucht, muss gestehen, dass die Perspective, deren 
Urheber Melozio genannt wird, durch Mantegna und die 
Seinen wuchs, ja mündig ward. In dieser Arbeit sind einige 
allcrliebste Jungen in verschiedenen Ansichten, die sich wun- 
derbar verkürzen, und die man nicht mit denen von Melo- 
zio vertauschen möchte, wenn gleich sein Paradies in der 
Apostelkirche ausgesagt und in den grosscn Palast Quirinalc 
gebracht "worden ist. Die jungen Mantegni selbst malten in 
einer Familiencapelle der Andreaskirche, wo ihr Vater das Al- 
tarbild gemalt hatte, die Seitengcnlälde, und eben da errichteten 
sie ihm 1517, welches fälschlich von Einigen für sein Todes- 
jahr gehalten wird, da es nach urkundlichen Werken 1505 
ist, ein schönes Denkmal. 
Vollkommenheit eines VVGHCS kein Grund ist, solches für den ersten 
Versuch eines Meisters zu halten; denn oft sind die spätem Arbeiten 
eines Künstlers misrathner, als seine frühem. Sodann sind aber 
auch diese Blätter gar nicht als mislungen zu betrachten, sondern 
es scheint uns, wenn wir nicht irren, als hiilte Mantegna nur ei- 
nen neuen Versuch dadurch gemacht, die Wirkungen des Holzschnitts 
nachzuahmen und mit der des Kupferstiches zu vereinen. ltlöge nun 
dieser Versuch geralhen, oder misluxlgen sevn, dies wenigstens ent- 
scheidet nlcht, ob es A ndreas erster Versuch in dieser neuenKnnst 
des Stichs, oder ein späterer sei. Für Lanzi und ZanPs Mei- 
nung, dass diese Arbeiten Andrea einen grossexi Theil seiner 
besten Jahre kosten mussten, lässt sich das sagen, dass es doch un- 
wahrscheinlich ist zu glauben, deutsche Meister wären früher mit 
Finiguerreßs Pin-Endung bekannt worden, als A n gl rea Mante- 
gna, tVäre dies der Fall, so würde es fast die Vermulhung he- 
stiirken, dass die Deutschen: nicht erst von den Italienern das Kup- 
ferdrucken lernten, sondern von selbst diese Erfindung in früher 
Zeit unechten. Q. 
8) Bartsch schreibt Mantegna nur 23 zu. Q, 
9) Lodovico. S, Zuni Illater. 11.236. Q,
        

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