Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293428
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Oberitalien. 
ILombardische Schulen. 
zeigte, sind einige kleine Bilder vom Leben und Tode U. L. 
F. ,1 welche trotz der rohen Zeit doch einigen Geschmack be- 
weisen und ich habe nichts Aehnliches aus jener Zeit gesehen. 
Bei dieser Gelegenheit sei zugleich bemerkt, dass in minder 
rohen und uns nähern Zeiten die liiiniaturmalerei in Mantua 
viele Verehrer hatte, unter welchen ein Gio. de Russi, der 
um 1455 für Herzog Borso von Modena die estesche Bibel in 
gross Folio, eines der seltensten Stücke jener Sammlung, mit 
Miniaturen versah. In der Malerei aber ist mir vor Mante- 
gna dort kein Künstler bekannt und man kann nur einige 
namenlose Arbeiten aus dem 14. und 15. Jahrhundert erwäh- 
nen, die sich bis auf unsere Zeit erhalten haben. Aus dem 
14. Jahrhundert sah ich im Franciscanerkloster ein 1303 er- 
richtetes Grabmal, darüber eine Madonna unter mehrern En- 
geln, rohe und unverhältnismässige Gestalten, jedoch so stark 
und lebhaft colorirt, dass es mir wundersam schien, und ich 
nicht anstehe, auf dies Denkmal einen Beweis für die in der 
Lombardei durch ihre Landeskinder wieder auferweckte Malerei 
zu gründen, indem theils ihre Zeit vor die durch ltalien ver- 
breiteten Giottisten füllt, theils ihr Styl verschieden ist. 
Aus dem 15. Jahrhundert sah ich eine andere Madonna auch 
auf einem Altar des Franciscanerklosters. bVer auch der Künst- 
ler gewesen sei, er beweiset, dass damals schon die Malerei 
aus ihrer Kindheit, aber noch nicht auf die Stufe gekommen 
war, worauf ie der berühmte Andrea Man tegna z) führte, 
von welchem wir bereits zweimal in diesem Werke sprachen 
und jetzt abermals sprechen müssen. 
bViewol man jetzt nicht mehr, wie ehmals, Padua, die Ehre 
absprechen kann, dass es Man teg na hervorgebracht 3), so war 
2) Vgl, Slultg, Kunstbl. 1825. N. 81. f. W", 
3) Es ist keinem Zweifel unterworfen, dass Andrea Mante- 
gna 1'431 zu Padua: geboren ward und den 15. Septbr. 1506 zu 
Mantua starb. Pietro Zani ßfrzterirlli prlr servire alla sloria 
dell" ariginc, e de' progressi dell, incisione in rrznzc c in legnu. 
Parmrz 1802 in Svu pßg, 1471 und 239. Zani erzählt, dBSS der Se- 
cretair- Bianroni einen Brief des Frnn cesco Manlegna gefunden, 
in ulelchenl dieser den Tod seines Vater dem Ißlarclaese Franeeseu 
Gonzaga meidet, woher man nun genau weiss, wann Andrea 
gestorben ist. S auch 8.237 ßlateriula". Trotz dem, dass Manlegmz 
auf viele seiner Werke geschrieben: hatte: Opus Andreas Alanlrgnue 
Put, (Pumvini) so haben ihn zwei muntuexler Diclxler, Baßilla.
        

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