Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293370
Zweites "Buch. 
Die lombardischen Schulen. 
243 
Oberitalicn. 
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Die 
lombardischen 
Schulen. 
Die Erwägung der Anfänge und Fortschritte der Iombardischen 
lilalerei bestimmte mich, ihre Geschichte ganz anders, als die 
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Künstler entziehen und an seinen Triumphwagen spannen wollte, 
an welchem die französischen Künstler zogen. Es ist wol über kei- 
nen Künstler, schon bei seinen Lebzeiten, so viel geschrieben und 
gestritten worden, als über Canova; und die Nachwelt wird in T'n- 
del und Lob gerechter seyn, als seine Zeitgenossen, welche oft aus 
Leidenschaft beides übertreiben, Obwol Canovu, als Bildner, nicht 
in eine Geschichte der Malerei unmittelbar gehört, so ist dennoch 
ein so ausgezeichneter Künstler, weil er Aller Blicke auf sich zieht, 
immer von Einfluss auf die verwandten Künste und als ein Zeichen 
der Zeit, wohl zu beachten. Wer könnte die Geschichte der Malerei 
des 13. Jahrhunderts fassen, ohne Niccola Pisanu zu berücksich- 
tigen? die neure Malerei erforschen, ohne Bern iniäi zu erwähnen? 
und die neuste beurtheilen , ohne Canovafs zu gedenken? Ucbri- 
gens bedarf es bei den Wohlgesinnten keiner solchen Rechtfertigung, 
dass wir es uns nicht versagen können, diesem merkwürdigen Manne 
eine Note zu widmen. Antonio C ann va. ward den l. November 
1757 zu Passagno geboren. Die Herren dieses Dorfs, die adlige 
Familie Felieri, nahm sich des armen verwaisten Knaben an, der 
den ersten Beweis seines Bildnertalents durch einen aus Butter ge 
formten Löwen gab, den er für die Tafel seiner nachmaligen He- 
Schützer gefertigt. Sie sorgten für seine weitere künstlerische Aus- 
hilrlung, zu der er die ersten Anfänge unter der Leitung seines 
strengen tirossvaters gemacht hatte und gaben ihm später Gelegen- 
heit, durch grössre tverke sich auszuzeichnen, Wie er dann von 
Vielen cdeln Venezianern gefördert wurde, und sich an den Vorbil- 
dern der Natur und des Alterthums während seines ersten Aufent- 
halts in Rom entfaltete, darüber ausführlich Kunde zu gehen, bleibe 
denen überlassen, welche sich mit einer Geschichte der Plastik be- 
schäftigen. Die tVissbegierigen wird in dieser ilinsicht die ausführ- 
liche Lebensbeschreibung in den Zeitgenossen: Antonio Canova, 
von Heinrich Hase, befriedigen. Es sey uns nur vergönnt einige 
allgemeine Betrachtungen über dieses reichhaltige Leben, welches der 
Würdige Mann zun I2, (Jctbr. 1822 zu Venedig beschloss, anzustellen, 
Wir fühlen uns gewiss von wahrer Bewunderung gegen diesen Künst- 
lern durchdrungen, wenn wir einen Blick auf die Ausartung und 
ltlisxrerständnisse der Kunst werfen, welche durch die kühnen Werke 
des Michelangeln und die verschrobenen des Bernini herbei- 
geführt wurden waren_ Ohne sich von dem Glück und der Wir- 
kung, welche die Kunststücke des Letztern machten, verführen, noch 
von der Riesenlrraft; jenes Geistes aus der Bnhn der Natur heraus- 
reissen zu lassen, folgte er ihrer Leitung, mit treuer Anhänglich.  
keit. Die Gruppe des Adonis und der Venus, in Besitz de! Mar- 
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