Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293351
Vierter Zeitraum. 
Fremde und neue Style in Venedig. 
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andern lernen wir aus den Storia della pittura friulana ken- 
nen, der in Padua geboren, von Jugend auf in Udine lebte 
11m1 viele Jahre im Hause der Grafen Caiselli unterhalten 
wurde; er hiess Paolo Paoletti. Er war ausgezeichnet be- 
sonders in Blumen und malte mit vieler Wahrheit auch Früchte, 
Kriiutrich, Fische, Wildbret. Die Familie, die ihn so gastlich 
pflegte, hat ein ganzes Zimmer solcher lieblichen Stücke; viele 
sind auch in andern Häusern in und ausser Friaul. Altan 
Setzte ihn in Blumen dem Segers gleich; meines Bedünkens 
etwas zu gütig! 
Endlich muss auch noch eines Kunstverfahrens gedacht 
Werden, welches in Venedig in diesem Jahrhundert sich sehr 
vervollkommnete und wiewol es nicht eben Bilder vervielfälti- 
get, doch der Malerei sehr vortheilhaft ist, indem es die Werke 
der alten Meister zu erhalten strebt; die Kunst nämlich, Ge- 
Inälde aufzufrischen und herzustellen. Dies war in Venedig 
nöthiger, als anderwiirts, da das besonders den Oelbildern so 
feindselige Klima sie durch seine Salztheile unaufhörlich zer- 
frisst und entstellt. Die weise Regierung unterhielt demnach 
Künstler, welche über die Erhaltung öffentlicher allmülig ver- 
derbender Bilder wachten, sie ohne Gefahr wieder reinigten, 
nicht, wie wol manchmal zu geschehen pflegt, an die Stelle 
eines alten Bildes ein neues sezten. Die Anstalt ward im 
Jahre 1778 in einem sehr grossen Saale in Gio. Paolo eröif- 
net, und zum Vorsteher Peter Edwards ernannt. An ja. 
dem Bilde wird viel, lange und unglaublich genau gearbeitet, 
und wenn es nicht gar zu beschädigt in die Anstalt kommt, 
Wie der heil. Lorenzo von Tizian, so kehrt es verjüngt an 
seinen Platz zurück und kann sich noch lange halten. 
Die Republik hat auch noch auf andere Weise für die 
Kunst gesorgt, indem nämlich gute Bilder in Kirchen und Sa- 
cristeien nicht verkauft und fortgeschafft werden dürfen, wess- 
halb auch köstliche Gemälde in kleinen Landschaften und Flek- 
ken aufbewahrt werden, und indem es der Jugend nicht an 
der zu ihrer Förderung nöthigen Unterstützung fehlt. Der alte, 
Jahrhunderte lang durch grosse Schüler geadelte Malerverein 
bestand; aber der Glanz fehlte ihm, der von der YVürde des 
Orts, der lidcnge und dem Fleisse der Meister, den Preisver- 
theilungen ausgeht. Darum wurde im Jahr 1724 eine Akademie 
ll. Bd. Q
        

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