Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293345
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
bei solchen, welche mit jener muntcrn Waidlichkeit, jenem Ge- 
schmack, jener schönen Wirkung zufrieden zu stellen waren, de- 
nen er stets naehstrebte; denn in Genauigkeit der Verhältnisse 
und in kunstgemässer Behandlung kann er es dem Meister nicht 
bieten. Einigen andern sind auch diese Bauwerke trefdich ge- 
lungen, wie ich denn ihre Bilder in Algarottißs Sammlung 
und sonst gesehen habe. So dem Jacopo Marieschi, der 
auch guter Figurenmaler war; Antonio Visentini, zu des- 
gen Ansichten Tiepolo und Zuccherelli die Figuren mal- 
ten. Gio. Colombini aus Trevisi, Schüler des Bastian 
Rieci, dessen Pökile das Dominicanerkloster in Trevisi war, 
wusste mit seinen dort an mehrern Orten gemalten Ansichten 
das Auge zu täuschen und die Gegenstände meisterhaft abzu- 
stufcn. Die Figuren, die er auch selbst malte, sind minder 
iobenswcrth. Er bevölkerte gleichsam diesen Ort mit Bildnis- 
sen, und stellte eine gemalte Familie von Dominicanern auf, 
nicht zwar ohne einige Ueberladung.  
In den übrigen geringem Gattungen der Malerei werden 
die Blumen von dem Veroner Domenico Lero, Zögling ei- 
nes Felice Bigi aus Parma gelobt, welcher in Verona lehrte; 
ferner einer Caffi und anderer Ingeborenen; aber die vorzüg- 
licheren Gallerien rühmen sich der Blumenstüeke des Neaplers 
Gaspero Lopez. So unterzeichnet er sich unter einem sei- 
ner lieblichsten Werke bei den Grafen Lecchi in Brescia, wo 
er, wie in der Hauptstadt, sich lange aufhielt. Er hatte hier 
umidie Mitte des Jahrhunderts einen etwas manierirten, in meh- 
rern Gallericn unter dem Namen Duramano bekannten Nach- 
ahmer.  
Geschützt werden die Blumen und gesucht die Vögel des 
Grafen Giorgio Durante von Brescia, nicht blass weil sie 
höchst wahr sind, sondern auch Wegen des Geschmacks in der 
Composition und wegen der Handlungen, in welchen er sie 
darstellt, welche allerdings reizend und malerisch sind. Ausser 
Brescia sieht man sie selten; einige edle venediger Familien, 
wie die Nani, haben Proben davon; das beste Stück aber ist 
wol am Turiner Hofe. In derselben Gattung galt Ridolfo 
Müllzßni von Castelfranco, wo bei mehrern Vornehmen Oel- 
gemiilde vom besten Geschmack zu sehen sind, obwol seine 
Miniaturbilder ihm mehr Ruhm und Geld brachten. Einen
        

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