Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293261
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
anderer Venediger, Pietro Longhi, ward erst von Bale- 
stra, dann von Crespi angeleitet, jene seltsamen Mummen- 
schanze, Gesellschaften und Landschaften zu malen, welche 
man in Pntrizierhiiusern sieht. Des Angela Venturini, 
ebenfalls eines Venedigcrs, gedenkt auch Zanetti's Weg- 
weiser in der Kirche Gcsü e Maria, wo er die Decke und meh- 
rere Wandbilder malte, Balestra hatte in Verona. Carlo 
Salis zum Schüler, der besonders in Behandlung der Farben 
seinem Style nicht frenrd war. Er hatte früher in Bologna 
unter Giuseppe dal Sole studirt. Etliche Gemälde von ihm 
sind auch hier und da. in diesem Gebiet, wie in Bergamo ein 
Vincentius, der Kranke heilt, gut vorgetragen und nicht von 
gemeinem Geiste. Cavalcabö von einem Gute in Roveredo 
ward erst von Balestra, dann von Maratta unterrichtet; 
auf dem Chor der Karmelitcrkirche hat er dort das schöne 
Bild des Simon Stoch mit vier ebenfalls sehr verdicnstlichcn 
Seiteubildern gemalt, von welchen, wie von seinen übrigen 
Bildern, Vannetti nachzulesen ist, der sein Leben beschrie- 
ben hat. 
Alle vorige aber, ja fast Balestra selbst, sind im Ver- 
gleich mit dem Grafen Pietro Rotari unberühmt geblieben. 
Er ward von der russischen Kaiserin zum Hofmaler ernannt, 
und beschloss dort sein Leben. Dieser angenehme Künstler, 
der sich viele Jahre im Zeichnen übte, erreichte eine Anmuth 
der Gesichter, eine Zierliehkeit der Umrisse, eine Lebhaftigkeit 
der Bewegung und des Ausdrucks, eine Natürlichkeit und Leich- 
tigkeit der Geivandung, welche vielleicht keinem Maler des 
Jahrhunderts nachgestanrlen wäre, hätte er {nur ein eben {so 
gutes Colorit damit verbunden. Aber seine Bilder haben manch- 
mal etwas von Grau in Grau, oder etwas Aschfarbiges, wo- 
durch sie sich unter vielen auszeichnen. Man hat diesen Feh. 
ler einem krankhaften Gesicht beigemessen, oder auch dem zu 
viel Zeichnen, eh er an das Colorit ging; weshalb denn auch 
in einer andern Zeit Polidoro da Caravaggio und der 
Cav. Calabrese minder glückliche Zeichner waren und eben- 
falls in einen matten Ton verfielen. iVohl konnte auch Ba- 
lestrrvs Erziehung daran Schuld seyn; denn er und die 
Marattisten liebten etwas Nebelhaftes; noch mehr aber, als 
alles, einige in Neapel, wo er sich lange aufhielt, gesehene
        

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