Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293252
Vierter Zeitraum. 
F remde und neue Style in Venedig. 
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Grösseres Verdienst hatte in dergleichen Bildern Franeesco 
Barbieri, von seinem Geburtsort il Legnago genannt, Ric- 
'0l1i's Jünger, zum Theil auch CarpionVs, voll malerischen 
Feuers in jeder Art von Gesehichten,_Launen, ländlichen An- 
sichten, in Zeichnung aber schwach, weil er sich erst spät 
darauf legte. 
Antonio Balestra aus Verona war erst Kaufmann, bis 
er 21 Jahr alt in Venedig unter Bellueci studirtc, von da 
nach Bologna und dann nach Rom ging, wo er unter Maratta 
aus allen Schulen das Beste nahm und viel Schönes in diesem 
seinem Style Verband, der vom venetischen am wenigsten hat. 
Er ist ein gerichteter, geglätteter Maler, tief in Zeichnung, 
von leichtem, frölichen und heitern Pinsel, aber von einer Ge- 
diegenheit des Genius, die man achten muss. Er lehrte in 
Venedig, und in der Schule della Caritii, wo er die Geburt U. 
H. und seine Kreuzabnahme malte, wie anderwärts, wetteifert 
er mit den Besten jener Zeit. Die fremden Höfe und die 
Städte des Gebiets licssen ihn nie müssig; insbesondere Padua, 
welches für seines Schutzheiligen Kirche auch ein Gemälde von 
ihm Wollte, die heil. Cinlfße Er malte viel in seiner Vater 
stadt, und sein heil. Vincentius bei den Dominieanern 5) ist eins 
seiner schönsten und besterhaltenen Bilder; denn sein Verfahä 
ren mit gekochtem Oel zu malen hat ihrer gar viele verderbt. 
Besser haben sich die mit minder gekochtem Oel gehalten. 
Die Grafen Gazzola haben viele Figuren von ihm in einem 
Saale, und darunter einen sehr schönen Mercur. Er nützte der 
Venedig-er Schule viel durch mündlichen Unterricht und Bei- 
spiel, und gab ihr einen guten Nachahmer seines Styls in Gio. 
Batista Mariotti, und einen sehr geschätzten Bildnis- und 
Halbiigurenmaler in Giuseppe Nogari; weshalb er auch 
verdiente, lange dem Hufe von Savoyen zu dienen. Dieser ist 
in Bildern eigner Erlindung, wie dem heil. Petrus im Dom zu 
Bassano, ein verständiger Maler und scheint seines Meisters 
Styl mit dem des P iazzetta verbinden zu wollen. Ein 
5) Im Wregwciser durch Pirrana, den ich nützte, fand ich in S, 
Anßstauia kein anderes Geruälde von Rotari, als im Speisesaale. 
Das schöne Bild des Vincenlius ward mir auf mein Befragen für ein 
Baleslra angegeben, da e: doch ein Bptari und von Valesi 
gculuchen ist, L,
        

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