Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293239
Vierter Zeitraum. 
Fremde und neue Style in "Venedig. 
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Bombelli unterrichtet und schritt durch aufmerksame Studien 
besonders nach Tizianischen Köpfen zur Enthüllung ihres 
Kunstverfalirens, bcwundernswürdig vor. Was man nur an 
einem Bildnismaler wü sehen kann, beseelte Gesichter, wahres 
Fleisch, Nachahmung der verschiedenen Zeuche in der Beklei- 
dung, alles ist lohenswerth an ihm. Die Gallerie Carrara hat 
vor andern manche in Alter und Kleidung verschiedene; und 
sind sie gleich mit ausgewählten Bildern aller Schulen umge- 
hen, sind es gleich nur Bildnisse, so überraschen und üherkraf- 
tcn sie doch. Ohwol minder bekannt, verdient er doch in je- 
der Königstadt aufbeivahrt zu werden. Bckzmnter ist Barto- 
lommeo Nazznri, Schüler des Trevisani in Venedig, der 
nachher unter Luti und dem andern Trevisani in Rom 
sich ausbildete. Er liess sich in Venedig nieder, durehstreifte 
aber mehrere Hauptstädte Italiens und Deutschlands, immer be- 
liebt sowol Wegen seiner Bildnisse von Fürsten und Höflingcu, 
als wegen seiner alten und jungen nach der Natur gemalten, 
aber seltsam herausgeputzten und bedeckten Köpfe. 
Nach Bolognais Mustern studirte Pietro Avogadro 
M19 Bfesßla; GhitVS Schüler, und folgt ihnen ohne Kiinstelei, 
mit einem Anflug venetischen Colorits, besonders in dem blut- 
rothen Fleische. Die Umrisse seiner Gestalten sind richtig, 
die Verlaürzungen anmuthig und am Orte, die Composition sin- 
nig, alles vollkommen übereinstimmend und lieblich. Nach den 
drei Ersten dieser Stadt wird er von Vielen als der Vierte 
geachtet. Sein Meisterwerk ist vielleicht in der Josephslrirche 
das Nlartyrthum der Heil. Crispinus und Crispinianus. An drea. 
Tovesani aus Brescia, ein tüchtiger Zeichner, arbeitete um 
dieselbe IZeit, aber mehr in Venedig und Mailand, als in sei- 
ner Vaterstadt. Seine Stärke war in der niedern Gattung der 
Malerei, Thieren, Seestiicken, Ländereien in Tizianischer 
Art, nicht ohne Figuren in sehr gutem Geschmack. 
Nachdem er die übrigen Städte des Gebiets schnell dni-eh- 
reiset, hielt er sich eine Zeit lang in Verona auf, welches vom 
angehenden Jahrhundert bis in diese letzten Jahre in grosscznx 
Rufe gestanden. Wir sahen diese Schule, die durch Pest ver- 
heert worden war, mittels einiger andern italischen, man 
könnte auch wol die französischen hinzusetzen, sich wieder
        

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