Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293164
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
kleine geschichtliche Bilder, Gesellschaften und ähnliche Gegen- 
stände, in niederländischer Weise, hinsichtlich der Grösse, meine 
ich, nicht der Vollendung; denn er pflegte die Tinten, beson- 
ders in Wechsellichtern, zu entstellen, wurf- oder druckweise 
zu arbeiten, liess oft die Umrisse unentschieden, und häufte 
die Farbe, um in der Ferne Wirkung hervorzubringen. Selte- 
ner sind seine grössern Bilder. Eine beträchtliche Anzahl mit 
grosser Wahrheit, und Kleiderpracht sah ich in Bologna bei 
dem berühmten Tonkünstler Farinello, wo dieser Tonkünst- 
ler iminer dargestellt war, bald an diesem, bald an jenem Hofe 
von Europe's Herrschern empfangen, gelobt und belohnt. 
 Giambatista Pittoni ist weniger, als der vorhergeh- 
ende, bekannt, verdient aber eine Stelle unter den ersten sei- 
ner Zeit. Schüler und Neffe Francesco Pittoni's, den 
ich mehr um Giambatistzfs als scinctwillen nenne, hing 
er spiitcr fremden Schulen an, und erwarb sich einen Styl, der 
durch eine gewisse Kcckheit der Farbe, gewisse malerische Reize 
und Lieblichkeit, die hier und da in seinen Arbeiten durchbli- 
cken, oft etwas Neues hatte. Sehr gewählt kann man ihn nicht 
nennen; gewöhnlich aber ist er richtig, ausgeführt und wohl- 
verstanden in der Composition. Besonders ausgezeichnet war 
er in Figuren unter Lebensgrüsse; daher man in den Gallerien 
des venediger Gebiets Geschichtbilder von ihm nicht selten sieht, 
und in Altarbildern ist er um so schöner, jekleincr die Ver- 
hältnisse sind. So nimmt sich im Santo von Padua, wo er 
mit den besten Zeltgehossen zusammen malte, das Martyrthun; 
des heil. Bartolommeo auf einem kleinen Leinwandstiick recht 
gut aus. Ein eiliger Reisender nennt es einen Tiepolo, wel- 
eher aber einen ganz verschiedenen Styl hat. 
Gio. Batista Piazzetta ist so trübe, als die beiden 
vorigen heiter sind. Er hatte einen guten Grund im Zeich- 
nen gelegt, ob unter seinem Vater, einem verständigen Bild- 
schnitzler, oder unter einem andern fertigen Naturalisten, weiss 
ich nicht. In der ersten Zeit malte er auch ganz schlicht und 
rein; nachher aber schlug er einen andern Weg ein und in- 
dem er in Bologna mit Spagnuolo verkehrte und Guercino 
auch studirte, mühte er sich, durch starken Gegensatz von 
Licht und Schatten zu überraschen. Dies gelang ihm auch. 
Er hatte, wie Einige glauben, lange _die Lichtivirkungen an
        

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