Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293154
Vierter Zeitraum. 
Fremde und neue Style in Venedig. 
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Abwechselung der Gesichter und Gebärden. Auch kräftiges C0- 
lorit hat es, worin er nicht immer gleich stark war. In klei- 
nen Figuren ist er höchst lieblich und leicht; man sehe ein 
Sängercher der heil. Katharina zu Vicenza, wo er einige lieb- 
liche Sccnen im lxcitersten Colorit dargestellt hat. Sein letztes 
Bild ward mit seiner Beistinlinung von seinem würdigen Schii- 
ler Giu seppe Camerata vollendet, welcher darin und in 
mehrern andern Kirchenbililern seiner Spur folgte. Nicht so 
sein anderer Schüler, Silvestro Mannigo genannt", ein 
Maler von schönem Charakter, aber manierirt und über die 
Geliiihr handfertig. 
Auch zwei Trevisaner lebten in diesen Zeiten, Fran cesco, 
der zur römischen Schule gezählt wird, und Angiolo, der- 
nach Abkunft und {Vohnsitz der venerliger nicht abgesprochen 
werden kann. Gut in Erlindungen, wie man in der Caritä und 
verschiedenen Kirchen der Hauptstadt sehen kann, war er auch 
noch seltener und bedeutender in Bildnissen. Durch diese Uc- 
bung bildete er sich einen natürlichen, nie zwar erhabenen, 
aber gewählten und theihveise den damals herrschenden Schu- 
len gemässen Styl. Sein Pinsel war fleissig und überlegsaxu, 
besonders im Helldunkel. 
Jacopo A migoni kann in Venedig nicht nach Verdienst 
geschätzt werden, wo, ausscr der Heimsuchung bei den Vätern 
von S. Filippo, nichts von seinem bessern Style in der Stadt 
_zu sehen ist, ich meine dem, den er sich in Flandern durch 
Studium jener Meister aneignete. Damals fand sein von Naitur 
friilicher; fruchtbarer, leicht Schönheit mit Grossheit paarender 
und schöne Motiven für ausführliche Steife ersinnentler Genius 
das Colorit, das er in Venedig umsonst gesucht hätte. Dort 
lernte er die Kunst, mit Schatten bis zum einfachen Schwarz 
zu gelangen und damit, ohne der Lieblichkeit Eintrag zu thun, 
vollkommene Durchsichtigkeit und Klarheit, wie Zanetti 
sagt, Etwas mehr Rundung, etwas weniger Streben, jede Ein- 
zelheit glänzend hervorzuheben, und eri hätte sich Kennern noch 
mehr empfohlen; denn der Menge kann man fast nichts Hei- 
tereres zeigen, als ein Gemälde von ihm. Auch war sein Styl 
nicht ohne Grund so beliebt in England, Deutschland und Spa- 
nien, wo er als Hofmaler 1752 starb. Bei Privatleuten in lta- 
lien sieht man, nicht gar häufig zwar, von AmigonVs Hand,
        

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