Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293145
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Oberitalian. 
Venediger 
Schule. 
nus, den er bald nach seiner Rückkehr von Rom nnaltc. Zu- 
weilen ist er freier, gleich Liberi, den er einige Jahre sehr 
gut nachahmte, und dessen Schönheit in Frauenküpfen beson- 
ders er immer behielt. Zuweilen scheint er sich selbst zu 
übertreffen, namentlich in den Arbeiten, die er selbst erfunden 
und ausgeführt, nachher von dem ausgezeichneten Bildnismaler 
und tüchtigen Coloristcn, Cassana dem Genueser, übermalen 
und so zu sagen beleben liess. In Zanetti's Ufegzueiser 
findet man Giovanni und Stefano Bambin i, seine Sühne 
und wahrscheinlich Schüler, angeführt; aber von ihrem Rufe 
erfahrt man wenig in demselben Buche und in dem andern 
grössern Werke schweigt er ganz von ihnen. Girolumu 
Brasaferro und Gactano Zonlpini, Niccoloäs Schü- 
ler, legten sich auch auf Ricci's Nachahmung und bildeten 
so einen genxischten, nicht aller ureigenthümlichen Züge ent- 
fremdeten Styl. Der Zweite erhielt ehrenvolle Aufträge vom 
ipanischen Hofe, als ein crlindungsreicher Maler und nicht un- 
verdientcr Kupfersteeher. 
Gregorio Lazzarini, Rosa's Schüler, legte nicht nur 
selbst jenen düstern Styl ab, sondern verbaunte ihn auch, als 
er in den Ruf eines grossen Meisters kam, aus der venedigei- 
Schule, deren Raffael er durch Bestimmtheit der Zeichnung 
ist. Wer Lazzariniis Arbeiten sieht, wird auf den ersten 
Blick glauben, er sei in Bologna, oder vielmehr in Rom gebil- 
det. Gleichwol kam er nicht aus Venedig heraus, und erwarb 
sich lediglich durch seinen Kopf die Achtung jedes, auch des 
gelchi-(ggtcn, Künstlers, besonders des M aratta, der sehr karg 
mit seiner Achtung der Zeitgenossen war. Dennoch lehnte die- 
5er Mann einen Axiftrag des venerliger Gesandten in Rom ab, 
ein Bild für den Saal dello Scrutinio zu malen; ja, er bezeigte 
seine Verwunderung darüber, dass man ihn in Rom aufsuchen 
könne,  da man ja in Venedig einen Lazzarini habe. Und 
allerdings entsprach dieser lllaratta's Urtheile, indem er in 
diesem Saale das Siegesandenken Morosinrs, des pcloponen- 
sischcn, treillicn darstellte. Mehr als anderwiirts zeichnete er 
sich in einem S. Lorenzo Giustiniarli in Patriarchenart gemalt 
aus, welcher vielleicht das beste Oelbild der venediger Schule 
in diesem Jahrhundert ist, sowol wegen geschmackvoller 
CQmPOSlClOH, als zierlicher Umrisse, schöner Ureigcnheit und
        

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