Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293137
Vierter Zeitraum. 
Fremde und neue Style in Venedig. 
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sie gut auszuführen. Segala wird von Zanetti dem andern 
vorgezogen und vorzüglich seine Empfängnis für die Schule 
della Carita erhoben; und in der That wetteifert er darin mit 
den Besten seiner Zeit, wenn er ihnen nicht gleichkommt. 
Bellucci muss man in den Bildern auf Leinwand ehen, 
welche er mit mehr Fleiss und besserm Grundauftrag malte, 
wie seiner Geschichte aus der Schrift in der Heiligengeist- 
kirche. Glücklicher übte er sich in kleinen Figuren und brachte 
sie in den Landschaften des berühmten Tempesta an. In 
Wien war er Hofmaler Josephs I. und Karls  nachher an-ß 
derer deutscher Fürsten; und dies verdankte .er diesem Talent 
hauptsächlich 3). 
In diesem Zeitraume darf Gio. Antonio Fumiani nicht 
übergangen werden, welcher aus der bclogner Schule, worin 
er erzogen war, einen guten Geschmack in Zeichnung und 
Composition gewann und aus Paoloßs fleissig studirten Wer- 
ken Bauten- und Verzierungsmalerei lernte. Manche haben ihm 
mehr Wärme der Tinten und ein besseres Gleichgewicht des 
Hellen und Dunkeln gewünscht; ich möchte auch noch den Aus- 
druck hinzuetzen; denn mir scheint er in den Gebärden, ganz 
gegen den Brauch dieser Schule, kalt. Der Streit Jesu mit 
den Lehrern in der Carita ist ein schönes Werk von ilmh 
Beneovich, der auch in Bologna gewesen, wird unter die 
Cignanisten gezählt. 
Nicht gar lange nach Fiumani geboren, lebte und malte 
jedoch länger der Ritter Niccolo Bamhini, ein Schüler 
MazzonPs in Venedig, und nachher Maratti's in Rom. 
Hier bildete er sich zum genauen, ja zierlichen Zeichner, wo- 
mit er denn die edeln Gedanken, die ihm kamen und die er 
in grossen Wand- und Oelbildern darstellte, aufrecht hielt.- 
Hütte er nur auch ein gleich glückliches Colorit gehabt! aber 
hierin erkannte er selbst seine Mittelmässigkeit so sehr an, 
dass er seinen Schülern verbot, seine Gemälde zu copiren. Zu- 
weilen ist er ganz römischen Geschmacks, wie im heil. Stepha- 
L 
3) P. Federici nennt mit ihm einen Sohn, Gio. Batista, von 
welchem er ein schönes Bild in Sorigo anführt, und hinzusetzt, er 
würde berühmt geworden seyn, hätte er nicht dem hlalerruhme die 
ruhige Masse vorgezogen, die sein reiches välerliches Erbe ihm ge- 
währte. L.
        

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