Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293129
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
Aufgabe half ihm dabei, indem er die Pest, welche 1630 in 
Venedig wüthete, und alo eine lllenge Kranker, Sterbender, 
Todter, die zu Grabe getragen werden, darzustellen hatte. Die- 
sem grossen Bilde gegenüber ist ein anderes von seinem Schü- 
ler, Pietro Negri, wie Einige glauben, wahrscheinlicher aber 
seinem Mitwerber, welches die Befreiung der Stadt von dieser 
Plage darstellt. Man sieht darin ZanchPs Leichtigkeit und 
Behandlung, nur etwas verbessert und in den Formen veredelt. 
Ein anderer seiner Schüler, Francesco Trevisani, ging 
nach Rom, unter dessen Künstlern er Th. l. S. 516 gelobt 
wurde. Im Venediger Gebiete blieb Gio. Bonagrazia, und 
in Trevigi, seinem deburtsort, hier und da in der Landschaft, 
besonders in S. Vito malte er mit einigem Beifall. 
 Antonio Molinari ging aus derselben Schule hervor, 
sagte sich aber fat ganz von ihren Grundsätzen los z). Sein 
Styl ist nicht in allen Arbeiten gleich, wie es denen zu er- 
gehen pflegt, die ihnen gezeigte Wege Verlassen und an- 
dere neue uchen. Ich habe in und ausser Venedig sehr be- 
deutende und sehr unbedeutende Bilder von ihm gesehen; zu- 
weilen ist er mir schön, aber kalt vorgekommen. In seiner 
besten Zeit und seinen verdienstlichsten Werken, wie der Ge- 
schichte von Oza im Corpus damini, befriedigt er mit einem 
gleich gediegenen, wie anmuthigen Style Geist und Auge; es 
bekundet Studium der Zeichnung und des Ausdrucks, Schön- 
heit der Formen, Reichthum der Bekleidung, Reiz und Ueber- 
einstimmung der Tinten, wie nur ein andere jener Zeit. 
Betrachtenswerth ist auch die Manier Antonio Belluc- 
eies, und Giovanni Segalzvs, welche beide, gleich ihren 
Meistern, starke Schatten liebten, doch auch einen minder g"- 
ten Unterricht durch Verbesserung zu nützen suchten. Der 
Erste vertheillte sie in grosse, zarte und demnach mit süssem 
Colorit verbundene Massen; der Zweite malte sehr dunkle Hin- 
tergründe, welchen er mit erfreulicher, zauberischer Kunst he- 
bende Lichter entgegensetzte. Der Styl Beider schien für 
grosse Arbeiten gemacht und beide Maler hatten Geist genug, 
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2) Me Ich iori schätzte auch Gio. Batista, A n tonio"! Vater, 
V e c ch ia ' s Schüler, einigermassen , (welcher dem A n t o n io, der 
früh zur Wäise ward, nicht Anweisung geben konnte. L.
        

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