Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293114
Vier 
ier Zeitraum. 
neue Style in Vengdig. 
Freznde und 
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ist, oder vielmehr durch fehlerhaften Grundauftrag, haben 
wenige seiner Bilder ihre ursprüngliche Schönheit behalten. Zu- 
weilen möchte man ihn den Finstern beiziihlen; oft sind seine 
Halbtinten verblichen, die Uebereinstimmung, welche in seinen 
guterhaltenen Bildern so vorzüglich ist, ist verschwunden. lm- 
mer aber iindet man einen tapfern Pinsel darin, in dessen Füh- 
rung er wenigen nachsteht. Er malte für Kirchen nicht blos 
Altarbilder, sondern auch Geschichten, wie in Venedig all, 
Ascensione den Schafdeich. Im Stadthause ist eine Ge- 
schichte des alten Testaments von ihm, so ganz kunstreich, 
Wie er es vermochte; eine staunenswerthe Arbeit! Für Privat 
lcute hat er auch weltliche Geschichten, Gesellschaften, Spiele, 
Zänkereien in Caravaggischer Weise gemalt. Alberto 
Calvetti, ein schwacher Kopf aus seiner Schule, steht-ihn: 
weit nach und folgt seinem Style nur zum Theil  
Antonio Zanchi von Este ist in Venedig mehr durch 
viele Arbeiten bekannt, als um schöner willen geachtet. Sein 
Styl ist dem vorhergehendenganz entgegengesezt und stammt, 
ich weiss nicht, ob von seinem Meister Ruschi, oder einem 
andern der obengeschilderten Naturalisten ab. S0 wenigstens 
ist sein Sinn, alltäglich in den Formen, trübe in der Farbe, ganz 
auf Üebcrraschung berechnet durch Fülle und Glück des Pinsels, 
eine gewisse malerische üppige Waidlichkeit, wirksames Hell- 
dunkel und ein Zusammenstimnien, das doch übermächtig täuscht 
und grossartig scheint. Einzeln freilich und genauer angesehen 
verrüth sich wol nicht selten unrichtige Zeichnung, Unentschie- 
denheit und Verschwomnxenheit der Umrisse, wie sie Schwa- 
chen, oder doch Eiligen eigen ist. Tintoretto war der Ma- 
ler, den er am meisten studirte und maxiches von ihm leuchtet 
auch aus seinem Styl auf. In der Schule des heil. Roehus, wo 
jener grosse Meister sich unsterblich! machte, sieht man Zan- 
Chi's lüblichstes Werk. Die seinem Style sehr angemessene 
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1) {wenn Anal-ca (jelesti auch unter die Manieristen ggwgr- 
fen zu werden verdient, so ist er doch wegen der Fruchtbarkeit 
Hßiner Eiubildunggkrnft Vielen vorzuziehu. Die Dresdner Gallerie 
besitzt fünf Bilder von ihm, welche alle ungeheuer gruss sind, UnA 
1er diesen ist der Kindermord nicht. ohne Verdienste und eine auf 
der Erde liegende junge Frau, die ihr lodics Knäblein küsst, in die- 
lem Bilde eine Figur, die dem Maler Ehre macht. Q.
        

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