Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293072
Dritter 
Zeitraum. 
Die Manieristen. 
213 
etrurischen Gefiissen sehen. Er war sehr erfindsam in Fabeln, 
worin Zwerge die handelnden Personen waren. In der Gallcrie 
Carrara zu Bergamo ist ein Opfer und ein Volksfest zu Ehren 
eines Götzen, höchst ilrollig und wunderlich; unter andern wird 
dort ein Zwerg von einem Krebse beim Kopfe gehalten, von 
vielen seines Gleichen verteidigt und von der herbeieilenden 
Mutter bitterlich beweint. Ihr Maas anzugeben, hat er neben 
Sie einen Kürbis in natürlicher Grösse gemalt, der in Verhält- 
nis zu ihnen fast ein Berg ist. Der Gedanke ist dem des 
Tixnanthes gleich, welcher kleine Satyren einen Daumen des 
Schlafenden Cyklopen mit dem Thyrsus messen liess, um seine 
Grösse zu bezeichnen. Sßllülleä dass Bocchi etwas von den 
Finstern hatte, wodurch viele seiner Arbeiten immer mehr an 
vllerth verlieren. 
Blumen- und Fruehtmaler gab es damals überall in Italien 
viel; nur muss ich bemerken, dass ihre Namen grösstentheils 
entweder in Vergessenheit gerathen, oder wenn man auch 
dieselben lieset, ihre Werke doch unbekannt sind. Unter den 
Gemälden Rovigüs finde ich glücklicherweise Fra n ce s eo Man- 
tova no erwähnt, ich weise nicht ob von seiner Geburtstadt, oder- 
mit seinem Familiennamen, der zu B 0 r g h i n i's Zeit in dieser Gat- 
tung tüchtig war. A nto n io Bacei und Antonio Lecchi, 
oder L e c h, Blumenmaler, alle von M a r tin i 0 n i in den Aggiuvzle 
alSzmsovivzo genannt; und ansser diesen allen eine Mareh io ni 
ro di g i n a, welche gleichsam die B e r n as e 0 n i der venediger 
Schule inder Blumenmalerei ist, wiewol sie der römischen an 
Berühmtheit nicht gleiehkommt. Die Werke dieser Künstler 
sieht man in einigen jener Gallerien, welche übrigens reich an 
ausgezeichneten Figurenmalern nicht weniger der venediger, 
als anderer italischen Schulen sind. 
'l'hierstüeke aus diesem Zeitraume linde ich von venediger 
Malern nicht häulig erwähnt, wenn nicht etwa Giacomo da 
Castello dem venediger Gebiet angehören sollte; von wel- 
ehem mir mündlich berichtet wurde, dass er" in den verlediger 
(iullerien gar nicht selten" sei. Wenige Stücke von ihm sah 
ich im Hause ilezzonieo, und zwar allerlei Arten von Gle- 
Üügel, die mit grosser Whiüihrhcit und Kraft des Colorits nach- 
gebildet und schön und kunstreieh angeordnet waren. ,Dome- 
n i c 0 M ar 0 li, ein Schaf- und Kühheerden- und Hirtenstückmaler
        

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