Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293019
Dritter Zeitraum. 
Die Manieristen. 
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ihnen; von einigen, bessern vermuthet man, der Vater habe 
dabei geholfen. 
Gianpnolß Cavagna entging, ich weiss nicht wie, 
BosehinPs und selbst Orlandi's Blicken, der doch seinen 
Mitwerber so sehr pries. In seiner Vaterstadt wird er nicht 
minder, als Salmeggia, geschützt, und allerdings scheint 
ihm ein umfassenderer, entschlossenerer und zu breiten und weit- 
läufigen Werken mehr geneigter Sinn zu Theil geworden zu 
Scyn. Moroncfs, des grossen Bildnismalers, Schüler, wie 
wir schon sagten, hatte er eine Vorliebe für die venediger 
Schule und hing, mehr als an einem andern Meister, an Paolo, 
in dessen Style auch seine besten Arbeiten sind. Er strebte 
ihn auch in der Zeichnung zu übertreffen, und übertraf ihn 
allerdings in nackten Figuren, die er meisterhaft malte, selbst 
erwachsenen. In seiner Vaterstadt hatte er eine gute Art auf 
Kalk zu malen gelernt und zeichnete sich darin gar sehr aus, 
Wie man am Chor in S, Maria "Maggiore sieht, wo er Mariens 
Himmelfahrt malte; eine! lebendige, mannichfaltige, mit wahr- 
haft grossen Engeln und Propheten  seinem Hauptverdient! 
 bevülkerte Darstellung. Nicht minder gut malte er in Oel, 
besonders wo die Nähe eines ausgezeichneten Malers ihn an- 
sporntc. in dieser Art sind sehr berühmt sein Daniel in der 
Löwengrube und ein heil. Franciscus mit den Wundmalen; 
Seitengeiuälde des vielleicht bessern Bildes von L orenz 0 Lotto 
in S. Spirito, die aber doch diese Stelle gar sehr verdienen. 
Noch mehr gepriesen wird seine Kreuzigung zwischen mehrern 
Heiligen, in S. Lucia, eins der schönsten Bilder der Stadt und 
von mehrern Kennern jedem andern Bilde Talpino's vor- 
gezogen. Ich enthalte mich eines Urtheils, worüber auch Künste 
1er anders denken möchten, und bemerke bloss, dass es schwe- 
Tßr ist, mittelmässige oder unfleissige Bilder von Salmeggia 
Zu finden, als von Cavagna. Auch dieser hatte reinen Sohn, 
welcher Maler war, genannt Francesco Cavagnuolo. Er 
überlebte den Vater und erhob sich über das Mittehnässige. Er 
hielt sich immer an Gianpaolds Styl, wie mancher aus 
derselben Schule hervorgegangene Ausheinnisehe, z. B. Giro- 
lamß Grifoni , dessen Bilder mir wie Copien einer Copie in 
Pllulosehcm Styl vorkommen. Gehören die Santa Croce 
in Bergamo und Einer Familie, wie im Wegweiser durch Padua
        

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