Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292994
Dritter Zeitraum. 
Die Manieristen. 
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nur minder stark. Schüler Guercino's und Nachahmer war 
Francesco Paglia, Vater Antonio's undAngelrvs, die 
ebenfalls Maler waren. Seine Stärke waren Bildnisse. Er 
malte auch Kirchenbilder; die Carita hat eins der geschätztesten. 
Er trägt gut auf und hat ein gutes Helldunkel, aber wenig 
Geist, und zuweilen übermässig lange und dünne Figuren ohne 
Schwerpunct. Es würde zu weitläuiig seyn, die Manier der 
Nachfolger Gl1iti's und Paglia's umständlich zu schildern, 
wie die des Tortelli, der geistreich wie ein Venediger 
malte, Cappelli, der auch PasinellPs Unterricht in Bo- 
logna, und Bacicciws in Bom genoss; so wie einiger an- 
derer neueren, welche unter Anleitung der Bologner hinlänglich 
gefördert wurden, und deren einige auch zum folgenden Zeit- 
raume gezogen werden können. 
Zur Zeit Palma's und der venediger Manieristen wurde 
die Malerei in Bergamo durch Lotto's Nachfolger und die 
Zeitgenossen aufrecht gehalten. Dem Gio. Paolo Lolmo, 
einem guten Künstler in sehr umständlichen kleinen Bildern, 
wird reichlich Lob gespendet. ln seinem S. Rochus und Se- 
bastian in S. Maria Iilaggiore, um 1587 gemalt, welche nicht 
zu seinen ersten gehört, zeigt sich ein Hangen an der Zeich- 
nung des funfzehnten Jahrhunderts, Fleiss, Spähen nach Spitz- 
findigkeiten, und wenig neuer Geschmack. Damals lebten zwei 
wackere Künstler ganz in neuem Geschmack gebildet, S31- 
meggia und Cavagna, welche um die Wette viele Jahre in 
ihrer Vaterstadt arbeiteten und Beide dort starben, der Eine 
1626, der Andere im Jahre darauf.  
Enea Salmeggia, genannt ilTalpino, ward in Cre- 
mona von den Campi, in Mailand von den Procaccini ge- 
bildet, von wo er nach Rom ging, vierzehn Jahre lang Raf- 
fael studirte und zeitlebens naehahmte. Orlandi und Andere 
Preisen seinen S. Victor bei den Olivetanern in Mailand und 
etliche andere Werke, die man für Raffaele gehalten habe. 
wer diesen Herrlichen kennt, wird dem Salmeggia eine exh- 
renvolle Stelle unter seinen Nachfolgern nicht versagen. Seine 
Schlichten, wiewol zuweilen dem Kleinlichen sich niihermlen 
Umrisse, seine jugendlichen Gesichter, die Weichheit, der Fal- 
tßnwurf, eine gewisse Anmuth der Bewegungen und des Aus- 
drucks zeigen, dass er diesem grossen Meister schrßrgßbßn
        

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