Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292972
Dritter Zeitraum, 
Die 
vMuniex-isten. 
203 
ging Giacom o Locatelli hervor, berühmt durch einige Ar- 
beiten, namentlich in S. Procolo, und mehrere Schüler. Diese 
waren, trotz dem Verfall der Kunst gegen Ende des 17. Jahr- 
hunderts, doch in Ruf, wie ein Andrea Voltolino, ein fleis- 
ßiger, aber kalter Maler, mehr für Bildnisse, als freie Schöp- 
fungen; und Biagio Falcieri, der in Venedig auch Ritter 
LiberPs Lehre annahm und viel von dem Feuer und der 
Fruchtbarkeit der venediger Schule besass. Beleg hiezu ist ein 
grosses Bild, die trienter Kirchenversammlung, wo in der Höhe 
der heil. Thomas vorgestellt ist, welcher Ketzer niederstreckt. 
Es ist in der Dominieanerkirche. Diese beiden Künstler un- 
terrichteten Santo Prunato, durch welchen die veroner 
Schule neue Kraft gewann, wie wir im folgenden Zeitabschnitt 
bemerken werden. 
Brescia pflanzte in diesem Zeitraumei zwar noch M oret- 
ßlvs Schule fort, der, wie Vasari sagt, höchst zart in den 
Farben und fleissig war, wie seine Werke beweisen; aber nicht 
ganz seinen Geist. Seine Schüler arbeiten nicht mit derselben 
Sorgfalt; und allerdings macht, es schwer seyn, langsam zu 
arbeiten, wo so Viele nur Geschwindigkeit liebten und übten. 
Hiezu kam noch die venediger Bildunginiehrerer Bresciancr, 
welche nach Moretto kamen, damit" e Brescia doch ja nicht 
an so verkiinstelten und linstern Malern fehlte. Indess lebten. 
auch unter ihnen noch tüchtige Künstler. Antonio Gandini 
und Pietro Moroni, oder Maroni werden unter Paolo's 
Schüler gezählt. Der Erste folgte zuweilen auch Vanni und 
Vergnss Palma nicht; er war breit, mannichfaltig, prachtvoll 
und verdient wohl in der grossen Geschichte des Kreuzes be- 
trachtet zu werden, die er im alten Dom malte, wo nachher 
sein Sohn Bernardino, des Vaters schwacher Nachtrcter, ar- 
beitete. Der Zweite studirte viel, wie es scheint, auch Ti- 
zian, und ist einer der bcstimmtcsten und grossartigsten Zeich- 
ner, welche damals die Schule hatte; auch im kräftigen Vor- 
trag und Leuchten der Farbe stand er keinem nach. So er- 
Schicn er mir wenigstens in S. Barnaba, als ich seinen Chri- 
"HS sah, der nach der Schedelstätte wandelt, und ihn mit an- 
dern dortigen Bildern aus jener Zeit verglich. Filippo Za- 
himberti, PerandzVs Schüler, ein lllaler von gutem Vor- 
"flg, frisch, leicht und dreist, höchst wahren Colorits, ist in
        

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