Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292946
5200 
Oberitalien. 
Venedigen 
Schule. 
Versuche zu machen, die Zersetzung einmal gebrauchter Far- 
ben zu versuchen!  
In S. Stefano zu Verona malte Turehi das Leiden der 
vierzig Martyrn; ein Werk, das im Farbenauftrag und in 
den Verkürzungen viel von der lombardisehen Schule  in 
der Zeichnung und im Ausdruck eine Andeutung der römischen, 
und im Colorit einen Anflug der venediger hat. Es ist eins 
der durchdachtesten, vollendetsten, heitersten, die er geliefert, 
mit einer an Guido erinnernden Wahl der lüipfe, und einer 
Kunst der Zusammensetzung, welche im Hintergrunde des Ge- 
mäldes auf einem scheinbar ausgedehnten Felde einen grossen 
Theil der vielfältigen Geschichte anschaulich macht; da sind 
wunderbar verschiedene und abgestufte Figuren. Bei all' dem 
gehört er nicht zu denen, welche handelnde Personen erbetteln, 
um nur Figuren "für ihre Bilder in Fülle zu haben. Er scheint 
sich dagegen gerade mehr zu gefallen, wenn er weniger hat. 
Die in Verona in der Kirche della Misericordia befindliche Pieta 
hat nur den todten Christu, die Jungfrau und Nikodemus, aber 
so schön gezeichnet, angeordnet, gebürdet und gefärbt, das 
Einige dies für sein bestes Kirchenbild halten; in Verona ist es 
eines der besten. Auch in der Erscheinung, einem Bilde der Herrn 
Girardini, wovon ein kleiner Entwurf im Hause Fattorini zu 
Bologna ist, hatte er nicht viel Figuren; aber die Magier be- 
kleidete er so königlich, dass sie an Tizian und Bassano 
erinnern. Tu rchi starb in Rom und hinterliess zwei gute Zög- 
linge Gio. Ceschini und Gio. Batista Rossi, genannt il 
Gobbino. Der Erste copirte seines Meisters Arbeiten, so 
dass sie Urbilder schienen. Sie arbeiteten in Verona, mit zu- 
nehmendem Alter an Meisterschaft und Ruf abnehmend. 
Pasquale Ottini, welcher mit dem ()rbetto einige von 
Felice unvollendet gelassene Bilder fertig machte, ist von 
schönen Formen, von nicht gemeinem Ausdruck, besonders in 
den Werken, die er lieferte, nachdem er Raffael gesehen. 
Der Kindermord in S. Stefano bezeugt dies, wiewol ihm eines 
der schönsten Bilder des Orbctto gegenüber Eintrag thut. 
Besser aber kann man ihn in S. Giorgio beurtheilcn, wo ein 
heil. Nikolaus mit andern Seligen im besten venediger Colurit 
ist; ein anderes dasclbst ist in diesem Stück etwas matt, was 
wahrscheinlich an Ort und Zeit liegt. Uebrigens steht er in
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.