Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292923
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
blühte m). Dennoch arbeitete er auch im Venetisehen und die 
Hauptstadt sowol, als ihre untergebenen Städte, hauptsächlich 
sein Geburtsort und Padua, haben Bilder von ihm. ln der be- 
rühmten Kirche der heil. Justina ist ein sehr gefeiertes Bild- 
von ihm, welches den Ruhm des, von Fürsten bekannten, von 
Martyrn geschmückten Benedictinerordens darstellt, aus welchem 
berühmte Hirten der Kirche Gottes hervorgegangen. Die Er- 
findung ist sachgemiiss, die Ausführung so artig, vollendet und 
reich, wie in keiner andern seiner Arbeiten. "Einen guten 
Nachfolger seines Styls gab er der Vaterstadt in Gio. Batista 
Amigazzi, obwol dessen grösstes Talent im Copiren bestand, 
ln S. Carlo zu Verona ist ein Abendmahl von Paol v eron ese 
nicht bloss herrlich getroffen, sondern auch von einem noch 
jetzt frisch und lebendig sich haltenden Colorit. Besser, als 
dieser, und fast dem Meister gleich war Benedetto Marini 
aus Urbino, der, daheim unbekannt, in Piacenza sehr gefeiert 
wird. Nachrichten über ihn s. T. I. S. 450 und bei den Ba- 
roceisten. 
Nach-Ridolfi wurden, den minder berühmt gewordenen 
Crcara ausgenommen, drei Schüler des Felice Brusaserci 
geboren, welche, als der Meister todt war, in Rom studirten 
und mehr oder weniger diesen Styl sieh aneigneten, alle jedoch 
eine ausgezeichnete Stelle in der Kunstgeschichte behaupten. 
Vor allen berühmt unter den Ersten seiner Zeit ist Alessan- 
dro Turchi, zubenannt l'Orbetto, sagt Pozzo, weil er 
als Knabe einen blinden Bettler leitete, moelfü es sein Vater, 
oder wer sonst seyn. Passeri leitet aber die Benennung da- 
her, dass er etwas blinzelte; ein Fehler, den man aller- 
dings in seinem linken Auge bemerkt, wie mir Brandolese 
berichtet, nachdem er sein von Vinnelli nach dem Ur- 
bihle g-estochenes Bildnis gesehen. Brusasorrwi entdeckte in 
ihm aus unzivcidentigen Zeichen eine ganz für die Malerei ge- 
schaffene Seele, unterrichtete und bildete ihn in wenig Jahren 
mehr zu seinem Nebenbuhler, als Schüler. Als er nachher nach 
10) In der angef. Stelle habe ich diesem Maler den Darin 
Ppzzo zum lßleisler gegeben, xiach dem Gomlh, v. Pozzo, Aber 
die Zeitrechnung ist hier sehr streifig, und bis dcßie im Klaren in, 
mag er sich ohne diese Elhre behelfen. L.
        

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