Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292909
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Oberilalien 
Venediger 
Schule. 
dern wenige Jahre. ln S. Franeesco zu Padua ist ein graues 
Bild von ihm, das Paradies, welches eben dadurch fast jede 
Spur von Colorit verloren hat. Hier endet der Ruhm, den ihm 
Boschini znsehreibt, dass er mit vier Pinselstrichen in Er- 
staunen gesetzt habe; eine Warnung für allzufertige Künstler! 
lhre Gemälde gleichen gewissen Kindern, die, von ungesunden 
Aeltern geboren, zuweilen in der Kindheit ein blühendes Ge- 
sicht und ganz gesundes Ansehen haben, wenn sie aber heran- 
wachsen, verfallen und in wenig Jahren sterben. 
Giulio Carpioni, Padovaninfs Schüler und darum 
auch nicht ganz unpaolisch, hat allerdings mehr Begeisterung, 
Ausdruck und Poesie, als Maffei; doch zeigt er nicht soviel 
Sinn für grosse Verhältnisse und weitsehichtige Arbeiten. 
Seine Figuren sind meistens nicht grösser, als die Bassani- 
schon, und in Gallcrien des venediger Gebiets sieht man mehr 
von ihm, als in Kirchen. In vielen edeln Häusern gieht es 
Bacehanale, Träume, Launen, Fabeln, Geschichten mit soviel 
Geist und Tintenreiz behandelt, dass sein Meister selbst sie ge- 
malt zu haben nicht bereut hätte. Andre scheint er für das 
Volk gearbeitet zu haben, wofern es nicht etwa Arbeiten sei- 
ner Schule, oder seines Sohnes Carlo sind, der, wie ich 
hörte, in allen: dem Vater gefolgt seyn soll; eine ausgemaehte 
Arbeit von ihm hab ich nicht gesehen. Er war auch ein gu- 
ter Bildnismaler. Im Stadtrathsaale zu Vieenza und in der 
Serviterxkirehezu Monte Berico sind einige Sehultheisse dieser 
Behörde mit ihrem Gefolge abgebildet, wo mit der Wahrheit 
der Bildnisse das Ideale in den Tugenden, welche er schieklicln 
und edel erfunden auftreten lässt, verbunden ist. Diesen Ma- 
ler muss man in Venedig und Vicenza kennen lernen, wo er 
seine beslen Jahre verlebte. Er starb in Verona. Zu ihm 
hielt sich dort auch Bartolommeo Cittadella, der letzte 
der drei oben genannten, ich weiss nicht, ob Schüler oder Ge- 
hülfe Carpioniis, an Geschick allerdings geringer. Zu sei- 
ner Schule kann man noch zahlen Niccolö Miozzi aus Vi- 
cenza, den wir aus BosehinPs Giojelli pittareschi kennen 
lernen; und zweifelhaft einenigleichzeitigen Marcantonio 
Miozzi, bekannt durch eine Unterschrift unter einem Bilde 
der edeln Muttoxii zu Rovigo. 
Gegen das Ende des Jahrhunderts waren die gcsuchtesten
        

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