Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292894
Dritter 
Zeitraum. 
Die Manieristexl. 
195 
die dem Grossvater zur Last fielen. Girolamo, der inveitge- 
borene, auch kinderreiche, und M-arcantonio, obwol sehr 
jung, halfen ihm nachher bei seinen Gemälden und machten 
sich durch eigene einen Namen. Als 1630 die Pest Sßill Vil- 
lerland heimsuuhte, "sah Alessandro einen nach den andern 
dahin sterben, sogar alle Enkel, bis "er, der alle zu beweinßll 
Uebriggebliebene ihnen endlich in demselben Jahre in die Grube 
folgte und die schöne Schule schloss, welche die beiden be- 
rühmten Veroner in Vicenza gegründet hatten. 
Im Grund angesehen ging sie nicht unter, sondern wurde 
Von Maffei, Carpioni, Cittadella fortgesetzt, drei Ma- 
lern, die, neben den Maganza betrachtet, zuweilen aus dersel- 
ben Schule hervorgegangen scheinen, entweder weil sie in Vi- 
CCIIza die von ihnen nachgeahmten Muster studirten, oder weil 
dieser Paolopalmasche Styl damals so im Schwunge war, 
wie unter uns zu andern Zeiten der Cortonische. Alle drei 
waren ebenfalls handfertig, wie Alessandro, und wollte man 
die Bilder in der Stadt zählen, so würde man bald finden, dass 
diese vier soviel gefertigt, als kaum alle die übrigen [angebo- 
renen, oder Fremden, die dort gearbeitet. Francesco Maf- 
fei aus Vieenza war Perandzfs Schüler gewesen und hatte 
einige Gemiiiile von ihm vollendet; nachher folgte er dem 
Paolo mit einem hinlänglicheix Schatz von Kenntnissen und 
malerischer Waidlichiceit. Sein Styl hat Grussheit, so dass ihn 
Bßschini mächtig 9) nennt, und den Urheber einen riesigen 
Maler. Auch an einer gewissen ihm eigenen Anmuth fehlt es 
ihm nicht, die ihn von den hianieristen unterscheidet. Seine 
heil. Anna und S. ßiichele zu Vicenza, mehrere dortige Arbei- 
Wll von ihm im Stadthause und anderwiirts, dichterisch schön 
und voll schöner Bildnisse, von einer Färbung im besten vene- 
diger Geschmack, beweisen, dass er mit noch bessern Malern, 
als Carpioni und Cittadella, seinen Mitwcrbern, hätte 
wetteifern können. Und vielleicht eben, weil er sie nicht fürch- 
tete, arbeitete er oft mit so wenig Fleiss, liess Köpfe und mehr 
noch andere Theile der Figuren unvollendet, kargte mit der 
Farbe, legte dunkel an und malte nicht für Jahrhunderte, son- 
9) Mauieronc wüsste ich auch verwanrllschaftlich nicht 
und gleicbbedeutcndcr wiederzugeben. Ü: 
lrex 
ICI"
        

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