Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292882
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
in Fülle harte, nicht sonderlich bekannt, keinen Geschichtsschrei- 
ber, der ihn der Vergessenheit entriss. Ich denke es hicmit 
gntlwn zu haben, indem ich ihn, wenn nicht dieser Schule, 
doch dcr Stadt, wo ich seinen Namen finde, u-iedergebe. Glan- 
nnntonio Fasolo stand zu Paolo und noch länger zu Ze- 
lettinidennuch wählte er Paolo zu seinem ersten Muster. 
In S. Rocco ist ein Schafdeich von ihm mit so schönen Fer- 
nungen, so voll von Siechen in allerlei Gruppen und mancher- 
lei Entfernungen, dass Paolo nicht verschmähen würde ihn 
gcnrnlt zu haben. Auch sind dort drei rönrische Geschichten 
nn einer Decke des Prüfectenpalastes: Mutius Sciivola vor Por- 
sena, Horatius an der Brücke, Cnrtius am Schlund, alle drei 
brav ausgeführt. Orlandi verlegt ihn und seine Werke aus 
Versehen nach Verona. 
Sein Schüler war Alessandro Maganza, Sohn jenes 
unlpr den Tizianisten erwähnten Giambatista. Fasolo 
ilösste ihm seinen Geschmack ein und auch an ihm sieht man 
oft einen guten Nachfolger Zel0tti' und Paolws, wie in 
der Erscheinung zu S. Domenico und im Martyrthum der heil. 
Justina zu S. Pietro. Er ist gut in Bauwerken, iiberlegsam in 
der Zusammensetzung, hinlänglich lieblich in Gesichtern, hat 
aber nicht den Farbenauftrag der Vorgänger; sein Fleisch zieht 
in das Weissliehte; seine Falten sind einförmig, etwas hart 
und meistens ist er ausdruekslos. Vieenza hat von ihm eine 
Menge Gemälde in öffentlichen und Privntgebiiuden, und die 
Umgegexid soviel, dass man gern glaubt, er habe 74 Jahre ge- 
lebt und oft wohlfeil, ohne sonderliche Mühe gemalt. Man 
braucht nur wenige Bilder von ihm in Vieenza zu sehen, um 
die übrigen zu erkennen, indem oft dieselben Gesichter und 
Bewegungen wiederkehren. Meines Erachtens darf man die: 
nicht seiner Geistlosigkeit Schuld geben,  denn manche sei- 
ner Arbeiten beweisen da Gegentheil; sondern seiner durch 
eine zahlreiche Familie, die er zu ernähren hatte, herbeigeführ- 
ten häuslichen Noth. Dieser Mann war unglücklich, weil er 
Vater war. Giambatista, sein ältester Sohn, eiferte ihm 
im Wissen nach und übertrifft ihn an vollendeter Ausführung, 
wenn man nach einem heil. Benedict in S. Giustina zu Padua 
urtheilen darf. Ein früher Tod entriss dem Alessandro 
diese Stütze, der eben auch nichts, als viele Kinder hinterliesl,
        

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