Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292875
Dritter Zeitraum. 
Die 
Manieristen. 
193 
der lange in Padua lebte, "lehrte und starb: Luca Fer- 
rari von Reggio, der wohl verdiente, eine Stelle im Ma. 
lerwörterbuch einzunehmen. 'Guido's Schüler, war er mehr 
gruss, als zart; weswegen ihn Scannelli nach den Gemäl- 
den in seiner Vaterstadt in S. Maria della Ghiaja für einen 
Nachtretcr TiarinPs hielt. ln einigen Köpfen jedoch und 
manchen leichten angenehmen Bewegungen verlüugnet er sei- 
nes Lehrers Anmuth keineswegs. In Padua ist zu S. Antonio eine 
Pietät von ihm in grossem Charakter und von seltenem Colorit. 
ln Bildern mit vielen Figuren, wie der bei den Dominicarxern 
gemalten Pest von 1630, scheint er nicht so glücklich; in die- 
ser Gattung hatte ihm auch Guido keine grossen Muster hin- 
terlassen; denn dieser wog seine Figuren mehr, als er sie zählte. 
Minorello und Cirello, seine Schüler und Nachtreter, hiel- 
ten in Pndua den Geschmack der bolognischen Schule etwas 
aufrecht. Man kann ihre Namen wol in dem angeführten Ma- 
lerwörterbuche nachtragen, wie Rossetti wünschte; und der 
Erste, den man zuiveilen mit Luca verwechseln möchte, müsste 
obenan stehen. Auch kann man Francesco Zanella als 
Maler von Geist, nbwol nicht als fleissigcn und nachilenkcnrlen, 
aufführen. Er ist gleichsam der Giordano dieser Stadt; 
so viel hat er in kurzer Zeit dort gemalt, und kann für den 
letzten der Schule gelten; denn Pellegrini, der in diesem 
Jahrhundert lebte und einigermassen berühmt war, stammte aus 
Padua, war aber nicht dort geboren und lebte nicht lange dort. 
Vicenza erzeugte in diesem Zeitraume nichts Eigenthümli- 
ehes; doch hatte es eine Schule, die sich von Paolo und Ze- 
lotti aus verzweigte, deren Reihe ich an schicklicherer Stelle 
vorzufiihren dem Leser versprach. Hinsichtlich des Styls ge- 
hört sie zum Theil der guten Zeit an; aber ihre meisten Er- 
zeugnisse sind so mittelmässig, so ganz und lediglich hand- 
werksmüssig, dass man sie dieser beizühlcn muss. Ein grosses 
Glück wär, es für Vicenza gewesen, hätte es nur so vorzügli- 
che Maler, als Baumeister, gehabt. Ich beginne mit einem L u- 
ßio Bruni, ich weiss nicht, ob aus diesem, oder welchem 
Gebiete, welcher in S. Jacopo ein kleines Bild malte, die Yer- 
miihlung der heil. Katharina, welches viel aus der bessern Zeit 
hat, gemalt 1585. Ich habe keine weitere Kunde von ihm; 
vielleicht fand auch er, in Zeiten, wo ltalien treiiliehe Maler 
Ü. Hd. N
        

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