Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292853
Dritter Zeitraum. 
Die 
Manieristen. 
191 
und lebte dann in Venedig, wo er wenig Oefientliches arbei- 
tete, was Boschini sehr lobt. Giulio Carponi wird auch 
7-11 VarotarVs Schülern gezählt, und machte sich mehr durch 
kleinere Bilder einen Namen. Von ihm wird an einem andern 
Orte die Rede seyn. Maestri und Leoni werden im Weg- 
weiser durch Venedig wegen ihrer Wandgemälde bei den Conven- 
tualen genannt; wahrscheinlich war der Erste ein Ausheinrischer, 
wie wir auch den Zweiten in Rimini finden. Lebte Bos- 
ßhini minder verschwenderisch, so müsste man diese Reihe 
mit des Padovnnino Sohne, Darin, vermehren, einem Arzt, 
Dichter, Maler und Kupferstecher. Im Blattweiser der Cartu 
fiel navegar steht er unter den Kunstliebhabern, weil er wenig, 
lind mehr um zu beschenken, als zu gewinnen malte. Dennoch 
Wird ihm S. 512 f. ein Lob ertheilt, womit jeder gute Künst- 
ler zufrieden seyn könnte, undEigenschaften, ja Bildnisse vom 
Schönsten Vortrag, geistreichen Gebärden, ausgesuchtem und 
Giorgonischem Geschmack werden an ihm gelobt.  
Jetzt muss ich von Pietro Liberi sprechen, welcher 
nach dem Padovanino die Ehre des Vaterlandes aufrecht 
hielt; einem grossen Maler, von einigen für den gelehrtesten 
Zeichner der venediger Schule erklärt! Seine Studien in Rom 
nach alten Kunstwerken, in Parma nach Coreggio, und in 
Venedig nach den berühmtesten Meistern der Stadt, führten ihn 
auf einen Styl, der von jeder Schule etwas hat, in Italien 
und mehr noch in Deutschland gefiel, von Wannen er als Graf, 
Ritter und reicher Mann nach Venedig zurückkehrte. Zwar, 
genau zu reden, dürfte man bei ihm nicht von einem Styl, son- 
dern einem buntcn Gemisch sprechen.  Für Verständige führt 
01', wie er zu betheuern pflegte, einen raschen und freien Pinsel, 
der nicht immer vollendet; für Unverstündige einen höchst fleis- 
eigen, der jeden Theil vollendet und die Haare selbst so auss- 
führt, das; man sie zählen kann; und dergleichen Bilder malte 
e!" auf Cypressenholz. Vielleicht ging, diesem Kiintler, wenn 
er langsam malte, das Feuer aus und er arbeitete dann mim- 
dßr gut, wie es manchem Wandbildmaler ergangen ist. Den- 
Sleichen Schwärmer und Ucberschwängliche ausgenommen, deren 
'33 nur wenige giebt und die von nichts Leistenden immer für 
ihre Wuth zum Schutz angeführt werden, bleibt doch stets ein 
bßßßnnener Fleiss die Vollkommenheit jedes Malers; und die
        

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