Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292827
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
der sich in Padua niederliess und gleichsam Grundstein einer 
blühenden Schule ward. Er hatte iniVei-ona mit Paolo gear- 
beitet, mit welchem er einige Aehnlichkeit hat; doch ist sein 
Geschmack ganz gewiss nach andern Mustern gebildet. Seine 
Zeichnung ist richtig, wie gewöhnlich bei den Veronern ; manch- 
mal ist er verzagt, nach Art jener Schüler der Meister des 
funfzehnten Jahrhunderts, welche zwar ihre Umrisse weicher, 
als ihre Meister, anlegen, aber in jeder Linie sich zu weit von 
ihrem Muster zu entfernen besorgt scheinen. So erscheint er 
in den Bildern zu S. Egidio in Padua. In andern aus reife- 
ren Jahren scheint er neuere nachzuahmen, manchmal Paolo, 
ja gar Tizian selbst in Zeichnung besonders der Köpfe; denn 
das Colorit hat nicht die venetische Lieblichkeit und Kraft, 
so wahr und harmonisch es auch übrigens ist. Dario malte 
in Venedig, Padua, im Polesine, und wenn man sein Alter be- 
denkt, wenig. Er bildete einige Schüler ausser dem Hause, 
unter diesen Gio. Batista Bissoni, dessen Leben Ridolfi 
beschrieben hat. Dieser war auch Schüler des Apollorloro 
di Porcia, ein gefeierter Bildnismnler; der Styl, den er sich 
bildete, ist wie der eines guten Bildnismalers seyn soll; die 
Bildnisse füllen die Leinwand und sind nach dem Brauche sei- 
ner Zeit bekleidet. S0 in den Wundern des heil. Dominicus 
in seiner Ordenskirche, Bildernivon grossem Maasstabe; so an- 
derwiirts in der Stadt, welche allenthalben Gemälde von ihm hat. 
Dario hatte eine 'l'ochter Chiar a, welche von Ridolfi 
als meisterliche Bildnismalerin gelobt wird, würdig, dass ihr 
Bild von den Grossherzogen von Toscana in die grosse Rcihg 
von hlalern aufgenommen wurde, wo es noch jetzt vorhanden 
ciergeichlechle ab und sein wahrer Familienname ist nach dem Allrülgß, 
de In wie (Ins peinlres p. 95: XVey hrotter, nach dem oft ange- 
führten XVerke Delle mzzrariglie drlP arte. P. II. p. 79: Varioter, 
woraus endlich Varotari entstand. Seine Verfahren standen in 
Augsburg. in Anschn, durch XYürden nmi Verdienste. Theodor, des 
Dario Grossvaler, welcher der Kirche treu blieb, musste endlich 
den Verfolgungen der Lulheraner weichen 11ml enllluh mit seiner gan- 
zen Familie nach Verona, nllwo Darin, im Jahre 1539 geboren wurde. 
Der Name XVeyhx-ntler ist in nenern Zeilen wieder durch den 
geschickter: Landschafler Fr u. n z Erd m u n d We i ro Lter, der 1730 
zu lnspruck geboren wurde und zu Wien 1773 starb, ins Andenken 
znrürkgerllfen worden; doch berechligl. freilich die (illeichhgit desfga- 
mens noch zu keiner Annahme einer Verwanilßchalt. Q.
        

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