Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292755
Dritter 
Zeitraum. 
Die Manierislen. 
181 
den gesunden Sinn im Denken und Schreiben. Wie gesagt, 
war Ritter Carlo ein guter Schriftsteller und einer der besten 
illalerlebensbeschreibcr. Zwar ist er nicht ganz von Spraelifeli- 
lcrn frei, wie es ja auch mit Baldinucci der Fall iSt, trotz 
dem dass. er zur Cruscnakademie gehörte; aber es fehlte ihm 
nicht an Tact, allerlei zu meiden, was Andere nicht zu umge- 
llcn vermochten, wie Gcschichtchen, um Kinder zu ergetzen, 
wenn sie Augen und Ohren zu zeichnen anfangen, urkundlich 
breit uufgetischte Lebensverhältnisse und Gewohnheiten jedes 
Künstlers 6), zeitvergeuilemle Einleitungen, Zwischenspiele und 
Sittensprüche. Er ist vielmehr bestimmt, dringt rasch vor, dem 
Leser nur mit wenigen Federziigen viele Kunde zu geben bemüht, 
ausser dass er zuweilen mit Diehterstcllcn allzu freigebig ist. 
Seine Ansicht der Malerei ist richtig, seine Klagen "über Vas nri 
sind mässig, seine Beschreibungen von Gemälden und grossen 
Compositionen sehr genau, wie sie ein der Mythologie und Gel 
schichte kundiger Mann geben kann. Das Werk_ schliesst mit 
Seinem eigenen Leben, wo er viel über Neid der Ivlaeheiferer, 
und Unwissenheit der Grosscn klagt, die nur zu oft sich zu 
Unterdrückung wahren Verdienstes versehwüren. Nach seiner 
von dem Zeitgenossen Sansovino und von Zanetti engem 
führten Grabschrift starb er im Jahr 1658. Bosehini dage- 
gen in seiner Carta S. 509 spricht von ihm, als ob er noch 
1660, wo sein Buch erschien, gelebt hätte. Ich vermuthe, die 
Verse, worin Ridolfi gelobt wird, Wurden von Bosehini 
bei seinen Lebzeiten geschrieben; als er tod war, kümmerte er 
sich nicht darum, sie wieder durchzusehen. 
Zwei andere trefiliche Jünger gediegenen Geschmacks sind 
Vccchia und Loth, vor allen Andern dieser Schaar würdig. 
L 
6) Wir theilen hierin, dass es löblich sei, aus der Kunstgeschichte 
die Lebensverhältnisse der Künstler wegzulassen, LanzPs lileiixung 
nicht so unbedingt. XVerke, (iesinuungen und Verhältnisse eine; 
Künstlers geben gegelläeillg über einander vfilligeuAufschluss und zei- 
gen den tüchtigen Mann in Wechselwirkung mit seinen Zeitgennssext. 
Ei ist immer lehrreich zu beobachten, wie äussere und innere Urua- 
chen zusnxxilnexitrafen, um den einen zu entwickeln, oder gegen ein; 
anrler wirkten, wodurch ein Scllwächrer uulerging. Es gehört ein 
bedeutender Grad von llerzlosigkeit dazu, sich gar nicht um den 
Kiiusllei- als hlenschexx zu beküinuiern und darum sind uns Vasa- 
Ylfs I,eheusheschreibnugexi au lieb, weil sie uns in das Leben derer 
blicken lassen, die uns durch ihre XVerke wichtig sind. Q-
        

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