Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292717
Dritter 
Zeitraum. 
Die 
Manieristen. 
177 
seines schönen in Venedig aufgeführten Palastes, welcher. fast 
zu prächtig für einen Maler ist. Graf Ottaviano Anga; 
ran o, ein venediger Patrizier, mied nicht den damals gangba- 
ren Styl, aber dessen Auswüxchse, und seine Geburt U. H. in S. 
Daniele macht ihm doppelt Ehre, weil er sie malte und selbst 
stach. Stefano Pauluzzi, ein venediger Bürger, wird unter 
dieser Secte am meisten gelobt, wenn er ihr anders angehört; 
denn der Verfall seiner Bilder scheint wol eher dem fehlerhaf- 
ten Grundauftrag, als dem Künstler, zuzurechnen. In jener 
Zeit lebte auch Niccolo Renieri Mabuseo, der, in Rom 
unter Manfredi dem Carravaggisten einen Geschmack 
einführte, welcher an seine erste niederländische und römische 
Bildung erinnert, aber, nach Zanetti's Ürtheile, wenigstens 
lieblich und zumeist kräftig ist. Er flösste ihn auch vier in Ve- 
nedig sehr beifüllig aufgenommenen Töchtern ein. Zwei der-Std- 
ben, Angelica und Anna, blieben bei ihm; Clorinda heu- 
rathete Vecchia, Lucrezia den Daniel Vandyck, ivcl- 
eher nachher in Dienste des Herzogs von lllantua trat, Auf'- 
seher der Gallerie, angesehener Bildnismaler und nicht unbe- 
rühmtcr Geschiehtmaler ward. Noch füge ich hier D. Er- 
manno Stroifi aus Padua bei, der anfangs Schüler und 
trefflicher Nachahmer des Prete Genovese, dann Tizian 's 
war, zuweilen aber durch übertriebenes Trachten nach Helldun- 
kel fehlging. Boschini erzählt, er sei, um andere Schulen 
kennen zu lernen, gereiset und nach seiner Rückkehr immer 
mehr in Venedigs Achtung gestiegen. Dort ist von ihm die 
Madonna am llochaltar der Karmeliterkirche; in Padua zu S. 
'l'ommaso Cantuariense die Pietät. lch SClllieSSe mit dem Flo- 
renzer Matten, der daheim unbekannt blieb, vermuthlich weil 
er ausserhalb Florenz lebte, Matteo da'Pitocchi genannt. 
Sein grösstes Talent war Bettler darzustellen, wovon in Vene- 
dig, Vicenza, Verona und sonstigen Bildersammlungen Köpfe, 
ja auch scherzhafte und launige Bilder vorhanden sind. Er 
malte auch für Kirchen, besonders in Padua, wo er wahrschein- 
lich starb. Die Serviten haben einige grosse Bilder von ihm 
Huf Leinwand, die ganz naturalistenmüssig gezeichnet sind. 
Diese nun mögen, wiewol sie verschiedenen Styles und 
ungleichen Verdienstes sind, als Probe des damaligen Ge- 
Sßhmaeks, hinrciehenl 
ll. Bd.  M
        

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