Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292673
Dritter Zeitraum. 
Die Manieristen. 
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auch seinen Nelien Andrea Piazza, der mit der Zeit dem 
Herzoge von Lothringen diente und von ihm zum Ritter ge- 
macht ward; als er wieder heimkehrte, malte er in S. Maria 
das grosse Bild, die Hochzeit zu Kanaan, die beste Arbeit, die 
von ihm dort aufgezeigt wird. 
Matteo Ingoli aus Ravenna, von Jugend auf bis an 
seinen frühzeitigen Tod in Venedig lebend, kam aus Luigi del 
Friso Schule und nahm, wie Boschini sagt, Paolo und 
Palma zu Mustern. Irre ich aber nicht, so strebte er nach 
einem minder angenehmen und gediegeneren Style, wie man 
aus, einem seiner Bilder im Corpus Domini, aus dem Abend- 
male in S. Apollinare und andern Arbeiten schlicssen kann, in 
welchen ein Pinsel waltet, der ganz Bestimmtheit, ganz Fleiss 
ist. Er war auch ein guter Baukünstler und starb in einem 
der Jahre, wo die Pest im venedigcr Gebiet herrschte, und der 
Kunst so schadete, wie bei andern Schulen bemerkt wurde. 
Auch Pietro Damini von Castelfranco fiel ein Opfer 
dieser Seuche. Wenn von ihm gesagt wird, er hätte, Will, er 
nicht so jung gestorben, Tizian erreicht, so ist dies Ueber- 
treibung. Er lernte das Colorit von Gio. Batista Novelli, 
einem guten Sehuler Palmaw, der mehr zum Vergnügen, als 
Nutzen sein Castelfranco und die Umgebungen mit einigen 
ziemlich guten Altarbildern schmückte. Damini legte sich 
nachher sehr auf die Theorie der Kunst und gute Stiche, nach 
welchen er zeichnete. Diese Uebung soll ihm genutzt haben, 
der Manieristenschaar zu entgehen, aber ihn auch an eine harte 
Zeichnung gewöhnt haben; und allerdings springt dieser Fehler 
in seinen meisten Arbeiten in die Augen. In Padua, wo er von 
seinem zwanzigsten Jahre an lebte, sind viele Bilder von ihm, 
nicht wenig in Vicenza und Venedig, mehr in Castelfrnnco, 
welches besonders in S. Maria das Gemälde des Simon Stach 
und das mit 12 alt- und neutestamentlichen Scenen umgebene 
Tabernakel hochhült; eine neue und geschmackvoll ausgeführte 
Idee! Sein Styl ist angenehm und artig, aber ungleich. Man 
Sieht, er wechselte im Streben nach Vervollkommung öfter. 
Manchmal möchte man ihn einen guten Naturalisten nennen, 
Illanehmal ihm Kenntnis der ldealsehönheit zuschreiben, wie in 
einem Gckrcuzigten im Santo zu Padua, einem Bilde von sel- 
tener Schönheit und vollkommenem Einklang; aber er lebte
        

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