Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292636
Dritter Zeitraum. 
Die 
Manieristen. 
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in Venedig und alla Mirandola zeigt er sich auch als Dichter. 
Dennoch war er von Natur iiberlegsamer, langsamer und 
kunstliebender; Eigenschaften, die ihm auch noch, als er dem 
Greisenalter zuschritt, etwas Zartes und Gerundetes möglich 
machten! Nicht an hlenge der Werbe wollte er es einen Zeit- 
genossen gleich thun, wenn er sie nur an Vollkommenheit über- 
traf; und dies gelang ihm am besten in der Kreuzab- 
nahme für S. Procolo. Unter seinen Schülern zeichnete sich 
Matten Ponzone aus Dalmatien aus, Perandzfs Gehiilf 
in den grossen Arbeiten alla Mirandola, und mit der Zeit Ur- 
heber eines eigenen Styls, der an Weichheit den Meister über- 
trilit, an Zierlichkeit ihm nachsteht. Er nützte seine Natur- 
gaben, ohne sie sonderlich zu veredeln. Sein Schüler Gio. 
Carboncino studirte auch in Rom, wo er nicht genannt 
wird z), vielleicht weil er bald nach Venedig zurüekkehrte. Die- 
ser hat unter wenigen Kirehenbildern bei den Karmelitern ei-- 
nen Sel. Angeln, welchen blelehiori sehr lobt, und alla 
Pietät einen heil. Antonio, den Guarienti erwähnt. lllaffei 
uns Vieenza, und Zanimberti ausdlrescia werden uns jeder 
an seiner Stelle bekannt werden. 
Dem Antonio Vassilacehi, genannt PAIiense, von 
der Insel Milo, war unter Griechenlands schönem Himmel ein 
für die schöne Kunst, besonders für grosse, ertindungsreiehe 
Arbeiten, gesehalfener Sinn zu Theil geworden. Seine ersten, 
Strahlen bemerkte Paol Veronese und entliess ihn vor Ei- 
fersucht aus der Lehre, mit dem Rathe, kleine Gemälde zu ar- 
beiten. Als Aliense sah, dass Paolo Tizian's Muster er- 
neuerte, so erneuerte er soviel als möglich Tintoretto. Er 
studirte nach Gypsabgiissen alterthümlieher Werke, die er Tag 
und Nacht zeichnete, übte sich in Kenntnis des menschlichen 
Körpers, bildete in Wachs, copirte anhaltend Tintoretto 
und verkaufte, wie um zu vergessen, was er bei Paollo gelernt 
hatte, die in seiner Schule gemalten Zeichnungen. lndess 
2) In den ßlemorie Trevzgfane lese ich, dass dieser Künstler auch 
in Rom gekannt sei, in dessen Wegzoaiser er nicht steht. Ich fürchte, 
er ist mit Gio. Carbone verwechselt worden. Aber dieser ist 
aus S. Severino und Caravßggist"; der Andere aus Venedig und 
möglichst Tizianisl; und unter Bildern zu S. Niccolfr in Trevig: 
unterzeichnet er nicht Carbanis, sondern Carboncini opus. L. 
        

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