Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292625
168 
Oberitualien. 
Venediger 
Schule. 
zu S. Stefano ist, gross, ergreifend und mehr an Tizian, als 
anein anderes Vorbild, erinnernd. Gewöhnlich aber hielt sich 
Corona an Tintoretto, wenn nicht im Colorit, welches 
besser als das seiner Zeit ist, doch wenigstens im Uebrigen. 
So malte er eine Kreuzigung ganz in jenes Künstlers Styl, so 
dass Ridolfi viel zu thun hat, ihn gegen Diebstahl zu vertei- 
digen. Auch Kupferstiche, besonders nach Niederländern, brauchte 
er, in Landschaften vorzüglich. Er lebte nicht lange und 
hinterliess einen guten Nachahmer in Baldassar d'Anna„ 
einem Niederländer von Geburt, der Einiges meisterhaft ge- 
malt. Einige von eigener Erfindung bei den Servitcn und in 
andern Kirchen bleiben hinter Corona hinsichtlich der Wahl 
der Formen zurück, übertreffen ihn aber zuweilen an Weich- 
heit und Kraft des Hclldunkels. ' 
Andrea Vicentino aus Venedig war nach Einigen 
Palma's Schüler, allerdings von mittelmässigem Geschmack, 
nur in Behandlung der Farben, in Erlindungskraft und Verzie- 
rung geschickt. Er arbeitete 'viel in und ausser Venedig, so- 
gar an den Bildern aus der Geschichte des Freistaats, die noch 
jetzt in mehrern Sälen des grossen Palastes vorhanden sind; 
und so war er einer der bekanntesten Maler jener Zeit. Sel- 
ten malte er etwas, das nicht eine Fernung, oder eine, guten 
Meistern abgestohlene Figur enthielt; auch von Bass ano, el- 
nem gedankenarmen, sich immer wiederholenden Maler, den 
man darum minder ungestraft bestehlen kann. Dennoch stellt 
und ordnet er die Sachen so zusammen, dass es seinem allseiti- 
gen Talent Ehre macht. Er hat einen zarten, reizenden und 
wo er will sehr wirksamen Pinsel. In dem Grundauftrag nmelif 
er wol minder glücklich seyn, indem viele seiner Bilder schwarz 
geworden sind. In Sammlungen, welche für die Malerei immer 
günstiger sind, als öffentliche Orte, giebt es etliche wohlerhal- 
tene und sehr lobenswerthe, wie in der florenzer den zum König 
von Israel gesalbten Salomon. Marc 0 Vice n t ino, A n drezvs 
Sohn, ward durch Nachahmung, mehr aber noch durch den 
Namen seines Vaters, einigermassen berühmt- 
Santo Peranda, Corona's und Pßlmiv! Schüler 
und hinlänglich, wiewol nicht lange, zu Rom selbst in römischer 
Zeichnung geübt, hatte mehrere Style. Sein gewöhnlicher hat 
das Meiste von Palma, und in den grossen Geschiehtbildern
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.