Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292586
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Oberitalien. 
Venediger Schule. 
Seine Tinten sind frisch, angenehm, durchsichtig, minder hei- 
ter als Paolo's, heiterer als Tintorettrfs, und wiewol sie 
karg aufgetragen sind, halten sie sich doch besser, als manche 
stark angelegte auswärtige Bilder. In Belebung der Figuren griinzt 
er an die beiden Genannten, mindestens in einigen ausgearbei- 
teteren Werken, wie zu S. Bartolommeo der Schlangenstrafe, ei- 
nem durchaus furchtbaren Bilde. In alle!!! Uebrigen hat er soviel 
alsbinreicht zu gefallen, und zu verwundern ist, wie ein Mann, 
der das schlechtere Jahrhundert in Venedig einleitete, wie Va- 
sari in Florenz, Zucearo in Rom, doch immer noch soviel 
natürlich und künstlich Lockendes hat, das Auge des Beschauers 
zu. befriedigen und sein Herz zu gewinnen. Seines Pinsels 
Kraft fühlten Guercino und Guido, als sie bei den Ca- 
pucinern in Bologna ein Bild von ihm sahen und ausricfen: 
Schade, dass der, welcher so einen Pinsel führte, sterben musste! 
(Boschini S. 383). 
Nach meiner Weise, jedem Meister sein Gefolg beizugcben, 
fange ich mit dem Venediger Marco Boschini an, welcher 
in jener Zeit des Kunstumschlags lebte, Schüler des Palma 
gewesen war und von Künstlern des dritten Zeitraums Kunde 
gegeben hat, die man in keinem andern Buche findet. Er trieb 
mehr lhpferstccherkunst, als Malerei, hatte aber doch auch in 
dieser Verdienst, wo er bald Palma nachahmte, wie in dem 
Abendmal in der Sacristei zu S. Hieronymus, bald Tinte- 
rette, wie in einem noch im Paduanischen vorhandenen, und 
einigen Zimmergemiilden, die, wie ich höre, in Venedig geyn 
sollen. Er schrieb einige Werke, welche ich in der Einleitung 
erwähnt habe, und ist durch keines so bekannt geworden, als 
das in vierzeiligenVersen, irelches den Titel führt: Lu carm 
del uuvegar pitoresco, diulogo im un Senator veneziim dele- 
tunle e am prqfessor de pilura sollo nome (Pllcelenza e de 
Conqzare, cznnparti in oto Venti, von i quali lu nave vene- 
tianu vien condulo in l, alle mar de la pituru eome assalum 
dominante du quelo, a confzzsion de chi nun intemle el 60.9- 
solo de la cularlzita d. i. die Illalerscelrarte. Gespräch zwischen 
einem kunstliebhabenden venezianischen Rathsherrn und einen, 
Professor der Malerei, unter dem Namen Excellenz und Gevat- 
tcr; eingetheilt in acht Winde, mit welchen das venezianische 
Schilf aufs hohe Meer der Malerei als unuxuschränkt dasselbe
        

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