Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292577
Dritter Zeitraum. 
Die 
Manieristen. 
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Zeichnung und gründlichen: Styl kurz vorher gesprochen wer- 
den ist. Alle sind mit einer gewissen Leichtigkeit behandelt, 
welche dieses Künstlers grosse Gabe ist; freilich eine in der 
Malerei, wie in der Dichtkunst, gleich gefährliche Gabe! Wie 
sehr er auch sich zu zeigen strebte, ward er doch wenig ge- 
braucht; denniTintoretto und der Veroncr hatten einmal 
Platz gefasst und einträgliche Bestellungen Wurden nur diesen 
trefflichen Männern zu Theil. Palme fand jedoch Gelegenheit, 
als dritter einzutreten, indem er sich Vittoria zum Freunde 
machte, den in hohem Ansehen stehenden Baumeister, Bildner 
und Obmann der den Malern selbst aufgetragenen Arbeiten. 
Dieser nun, unzufrieden mit der wenigen Achtung, welche ihm 
Robusti und Paolo bezeigten, begünstigte und unterstützte 
Palma mit seinem Rathe. So hob er ihn in der öffent- 
liehen Meinung. Aehnliches that, wie wir sahen, Bernini 
in Rom gegen Saechi für Cortona. und einige andere, zu 
grossem Nachtheile der Kunst, wie denn zu allen Zeiten die 
Leidenschaften sich gleichen, überall dieselben Wege einschla- 
gen und immer gleich ausschlagen. 
Nicht lange währt' es, so erschlaffte der mit Bestellungen 
überhäufte Palma gar sehr in seinem frühem Fleisse. Mit 
der Zeit ward er auch nachlässiger, als nun seine ältr-rn Ne- 
benbuhler und Corona sogar starben, der in seinen letzten 
Arbeiten ihn schon übertraf. Nun behauptete er allein das Feld 
ohne Mitwerber und arbeitete eiliger. Oft könnte man seine 
Arbeiten Entwürfe nennen, wie der Ritter Arpino ihm witzig 
sagte. Sollte er ein seiner würdiges Werk liefern, so musste 
man ihm die verlangte Zeit gestatten und den Preis nicht 
nach fremder Schätzung, sondern seiner Willkür versprechen, 
welche denn eben nicht allzu bescheiden war. So malte er für 
das edle Haus Marc den schönen heil. ßenediet in der Cosnio- 
und Damianokirche, wie er denn in seinen bessern Jahren nicht 
wenig gleich verdienstlichc in Venedig gemalt hatte, besonders 
die berühmte Seeschlacht des Franc. Bembo im Stadthausc. 
Manches sehr Geschützte sieht man anderiviirts, das Ridolfi 
theils angeführt, theils nicht gekannt hat; wie die heil.- Apol- 
lßnia zu Cremona, den heil. Ubaldo und die Verkündigung zu 
Pesaro, die Auffindung des Kreuzes in Urbinc, ein ligurenrei- 
ches Bild, voll Schönheit, mlmnichfaltig und ausdrucksvoll.- 
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