Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292518
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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ren in mittlern Verhältnissen sieht, nicht so vollendet zwar, 
als dem Platze gebührte, aber doch der Seltenheit wegen schätz- 
bar. Andere Arbeiten von ihm für Udine und sein Gebiet hat 
der Abt Boni in einem gelehrten Briefe über das soeben genannte 
Kirchenbanner angeführt. Ist es erlaubt eine Vermuthuixg über 
Giovannis und des Feltriners Schule mitzutheilen, so 
möchte ich gern einem von ihnen Giorgio Bellunese zum 
Schüler geben, diesen, wie Cesarini von ihm sagt, in Ver- 
zierungen und kleinern Gegenständen trefllichen Maler, ausser- 
dem sehr geschickten Nliniaturisten. Er blühte zu S. Vito in 
Friaul um die Hälfte des 16. Jahrhunderts. Zeit, Ort, Ucbung 
scheinen der Vermuthung günstig. i 
Die Perspective ward in diesem Jahrhundert sehr in Vene- 
dig gefördert, wo Sansovino, Palladio und andere grosse 
Baukünstlcr vollendete Muster prächtiger und wuhlverstandener 
Bauten gaben, wo Daniel Barbara lehrreiche Abhandlungen 
über die Perspective schrieb, wo man gemalte Säulengruppen, 
Gänge, Karniese in Sälen beliebte, an welchen die Baukunst sie 
nicht anbringen konnte. Darin waren besonders stark Cri- 
stoforo und Stcfano Rosa aus Brescia, Tizian's ver- 
traute Freunde und würdig, manche seiner Arbeiten mit Bauten 
zu verzieren. In Brescia, Venedig und besonders im Vorsaale 
der Marcusbilmliothelt sind noch einige ihrer Fernungen so schön, 
dass sie durch die Majestät überraschen, durch Rundung das 
Auge täuschen und von mehrern Standorten aus immer gute 
Wirkung thun. Ihre Schule hielt sich lange, fortgepflanzt von 
Bona, der auch ein guter Figurenmaler war, und andern. 
Bosehini besingt sie an mehren Stellen, namentlich S. 225, 
wo er Brescia als Entstehungsort dieser" Kunst iangiebt, näm- 
lich im venediger Gebiet. .   
 Endlich gedieh damals in Venedig die Mosaik iii-sieiiieii 
und farbigen Gläsern zu einer solchen Höhe, dass Vasari 
darüber erstaunte und behauptete, man könne mit Farben nicht 
mehr leisten 65). Die Marcuskirche und deren Säulenhalle 
L 
 U5) Man hatte sie in Florenz wieder zu belehen gesucht, Roscoe 
g" Leben des Lorenzo de" Medici (T0. IV". p. 49 Pis, Ausg.) erzählt, 
b?" Lorenzu Gherardo umhbomenico Ghirlandajo vge- 
abauchi, um in der Capelle des hell. Zenobi Mosaikbilder zu liefern; 
er dllrch Lorenzoüs Tod ward auch die trefflich begonnene 'Ar-
        

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