Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292506
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
Die Bassaner gaben das Beispiel kleiner Gemälde mit vier- 
füssigen Thieren und Vögeln, welche man immer sieht, weil 
sie Wiederholungen aus ihren geschichtlichen Bildern sind. 
Doch sind sie nicht so häufig, als diese, und ausser Venedigs 
Gebiet erinnere ich mich deren nicht gesehen zu haben. [n 
Fischen war Genzio oder Gennesio Liberale aus Friaul 
stark. Vasari und Ridolfi loben ihn. 
Der Geschmack an Grottesken kam aus Rom nach Vene- 
dig durch einen [ungeborenen der Republik, den ich ander- 
wärts als Ersten in dieser Kunst genannt habe, Morto du 
Feltro, der mit Giorgione in Venedig arbeitete, ohne dass 
jedoch etwas von seiner Hand dort zu sehen ist. Zwar sind 
die Grottesken im herzoglichen Palaste noch vorhanden, welche 
Batista Franco malte, der ebenfalls in Rom alte Muster 
dieser Art gesehen hatte. Auch im Palaste Grimani malte der- 
gleichen für den Patriarchen von Aquileja, seinen Gönner, Gio- 
vanni d'Udine, der von Vasari bald Nanni, bald Ri- 
camatore genannt wird; in diesem Zweige der Malerei sehr 
berühmt, und in Darstellung aller Arten von Vögeln, Vierfüss_ 
lern, Blumen und Früchten nach der Natur fast einzig! Ich 
habe ihn in Giorgione's Schule genannt, und in der Raf- 
faelschen mehr von ihm gesagt, weil er mit dem ersten Mei- 
ster und in Oberitalien nicht lange zusammenlebte, aber viel 
in Rom und einige Zeit in Florenz. ln manchen Sammlungen 
zeigt man von ihm kleine Vögel- oder Fruchtstückc in O3]; 
wenn ich aber nicht irre, sind sie wol zweifelhaft. Nicht zwar, 
als hätte er nicht in Oel gemalt, obwol eine unbezweifelte Ar- 
beit von ihm zu linden doch schwer ist; oder als hätte er 
nicht grössere Figuren ausser den kleinen Satyrn, Kindern 
und Nymphen malen können, womit er seine kleinen Land- 
schaften und verschlungenen Grottesken so mannichfaltig be- 
handelte. Vasari erwähnt einige Banner von ihm; eins malte 
er in Wien für die Bruderschaft von Castello, welches in nicht 
kleinen Verhältnissen eine Madonna mit dem Kinde und einem 
Engel darstellt, der ihr das Castell selbst überreicht; das Ur- 
biid ist, zwar verderbt, doch noch vorhanden und in der Ca- 
pelle ist noch ein Abbild von Pini im Jahre 1653 gemalt. 
lm erzbischöflichen Palast ist noch ein Zimmer vorhanden, wo 
man unter den Grottesltcn zwei evangelische Bilder mit Figu-
        

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