Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292480
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
gepriesen  Es sind mehrere Altarbilder von ihm übrig, unter 
andern eine sehr schöne Himmelfahrt Marions in der Serviten- 
kirche zu Venedig und eine Kreuzabnahme auf Murano, von 
ganz ureigener Erfindung, voll Ausdrucks, und einer in dieser 
Schule nicht so gewöhnlichen Grossheit. Er hat diesen Gegen- 
stand auch sonst wiederholt, unter andern für die herzogliche 
Sammlung in Modena, von wo das Bild spüteranach Dresden ging. 
Nach diesen Malern wundere man sich nicht, hier J acopo 
Sansovino 64) zu finden, ein Zuname, der auch vom Meister 
entlehnt ist. Er machte sich als Bildhauer und Baukünstler 
um Venedig verdient; aber auch auf die Malerei, oder doch 
Zeichnung, hatte er einigen Einfluss, in welcher letztem er zu 
Florenz von Andrea. del Sarto viel gelernt hatte. Von 
ihm, dem Bauleiter, oder Vorsteher der Marcuskirche, hingen 
viele Künstler ab; man weiss auch, dass ihm einige Zeichnun- 
gen für Mosaiken aufgetragen wurden, die ich aber nicht ge- 
nauer bezeichnet linde, wahrscheinlich auch die zu den Teppi- 
chen für den Sacramentsaltar, wie aus ihrem Style Zanetti 
muthmasste. Hinsichtlich fremder Style wollen wir, ohne ung 
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63) S. Boschini Cartu p. 160, Zanetti p. 494. L, 
64) Jacopo Tatti, der sich nach seinem Lehrer, Contu cci da. 
Monte aSansovino, Sansnvino nannte, stammt aus dem Tos- 
canischen und wurde, da. er sich durch seine WVerke und die Bildung 
vieler Zöglinge Ruhm erworben hatte, vnn der Signoria. in Vene- 
dig angestellt und mit: grossen Bauen beauftragt. Indem er nach Ve- 
nedig den llurentiner Styl in Bau und Bildwerken verpllanzte, veredelte 
er zugleich seinen Geschmack und so war die gegenseitige Wirkung 
zwischen: ihm und den Venedigern sehr günstig. Die Bedrängnisse, 
welche Rom; im Jahr 1527 erfuhr, veranlassten ihn in Oheritizlien Ruhe 
zu suchen und er fand Schutz bei den Venedigern, die ihn durch ein 
Decret vom 7. April 1529 zumßaumeistel- der Proeurnria ernannten, 
J. Sansovino ward 1479 geboren und starb 1570 den 27. No- 
vember. Sein kolossaler Mars und Neptun, welche die Giganten- 
treppe in dem alten herzogl, Palaste zu Venedig schmücken, gind 
Arbeiten, die er noch in voller Manneskraft in seinem 75. Jahre voll_ 
brachte. Wenn auch die strenge Kritik in diesen Statuen keine Göt- 
tergestalten erkennen will. so sind es doch ehr grossartige Vklerke. 
Um so einstimmiger wird Sansovino wegen seiner Gebäude he. 
wundeat, die höchst hau-manische Verhältnisse haben, Besonders war 
ggine Phantasie in Erfindung von edlen und reichen architektonichen 
Verzierungen fruchtbar. S. Cicognara Sturm della scullura Vol. 
II. p. 328. - Fubbriclte (li Vrznezia in dem Ind-ice crbnulngicri 
Epoca IV. wo seine Werke nachzuschlagen. Vasari Vila deäpiii 
occellcnti pitmri, scullori e arcliitetli. T0. IX. p. 291. (Ediz, d, 
Siena 1793). Q.
        

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