Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292451
Zweiter 
Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
151 
gehört, wirklich matt. Zu diesen Malern könnte man noch 
einige Veroner fügen, wie Aliprando und An selmo Can- 
neri, der von Vasari als ausgezeichneter Gehiilfe Paolo w; 
angegeben wird. 
Unter allen Veronern aber war dem Paolo, wenn er es 
wollte, am ähnlichsten sein Gefährte, Naeheiferer und zugleich 
Freund, Batista Zelotti, welcher, in derselben Schule un- 
terrichtet, bald ihm in seinen Arbeiten half, bald für sich ar- 
beitete und lehrte, immer jedoch in demselben Geleise. Va- 
sari im Leben SanmichelFs spricht mit vielem Lobe von ihn, 
nennt ihn Batista da Verona und zählt ihn zu 'l'izian"s 
Schülern. Im Styl des Letztem habe ich in der öfter schon 
erwähnten Gallerie Carrara eine heilige Familie von ihm 
gesehen; daher scheint ihm diese Wärme der Tinten zu kom- 
men, worin er meistens Caliari übertraf, und jene Meister- 
schaft der Zeichnung, worin er, nach Zanetti, ihm ebenfalls 
vorzuziehen ist, worüber jedoch Andere anders denken. Er 
übertrifft ihn oft auch an Grossheit, und im Malen auf Kalk. 
Dies erkannte Paolo wohl und darum liess er sich bei der- 
gleichen Arbeiten gern von ihm helfen. Auch er war ideen- 
reich, leichten und muntern Pinsels, componirte gelehrt und 
überlcgsam, und würde ein zweiter Paolo gewesen seyn, wenn 
er ihm an Schönheit der Köpfe, Mannichfaltigkeit und Anmuth 
gleiehgekoinmen wäre. In der That wurden seine Bilder oft 
dem Paolo zugeschrieben; ja die im Rathe der Zehnmiixirier 
gelieferten sind unter diesem Namen von Valentin le Febre 
in Kupfer gestochen. Unstreitig ist er einer der ersten Maler 
seiner Zeit, aber minder bekannt, als er verdient, weil er 
grösstentheils Wandbiltler, fern von grossen Städten malte, 
oft auf Dörfern, in kleinen Landhäusern und Landpaliistcil. 
Eine seiner grösstcn Arbeiten ist in Catajo , einem Landhause 
des Mai-eh. Tommaso Obizzi, wo er um 1570 in mehrern Zim- 
mern die 'l'haten dieser alten in Krieg und Frieden berühmten 
Familie darstellte. Dies Landhaus wird immer von Fremden 
besucht, welche von seiner Grossheit, von dem Ruf (lieser Ma- 
lereien und dem köstlichen bluscum von Alterthiimern, welches 
der March. dort angelegt hat, angezogen werden. Alles ist 
das Werk. weniger Jahre, aber mit so viel Geschmack, in sol- 
che Fülle angelegt, und mit so seltenen Werken bereichert,
        

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