Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292399
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
145 
namentlich die Familie Bevilacqua, welche ihn beschützte, ein 
Bildnis eines Bevilacqua von ihm, neben welchem er aus Dank- 
barkeit sich als Diener stehend malte. Aber der heil. Georg, 
Welchen die beiden grossenßilder des Farinato und Brusa- 
Sorci umgeben, die ich schon beschrieb, und den Einige für 
das schönste Bild in Verona halten, ist vielleicht das bester- 
hültene von ihm. Auch das kostbare Bild, welches vielleicht 
mit dem heil. Georg sich messen könnte, der heil. Julian zu 
Rimini, die heil. Afra von Brescia und die heil. Justina von 
Pildua, in ihren beiderseitigen Kirchen, haben viel gelitten; das 
letzte aber hangt zu hoch. Cabinetbilder hat er sehr viele 
gemalt; Bildnisse, Veneres, Adone, Liebesgötter, Nymphen und 
ähnliche Figuren, wo er mit reizenden Formen, seltsamen Auf- 
Pufzen, neuen Erfindungen prunken konnte, waren seinem Pin- 
sel höchst vertraute Gegenstände; man sieht sie in mehrern 
Gallerien, auch der kaiserlichen. Unter den heiligen Geschieh- 
ten liebte er besonders die Vermählung der heil. Katharina, 
und eine der flcissigst durchdachten gehörte der K. Pittischen 
Sammlungn. Auch malte er nicht wenig heilige Familien, wo 
er, um das Gewöhnliche zu vermeiden, fremdartige Darstellun- 
gen ersann, welche man, aus einer Schrift von ihm entlehnt, 
bei Ridolfi S. 307 findet. Aber auch seine Andachtbilder 
Waren grossentheils reiche Geschichten, wie der Mord der un- 
Schuldigen Kinder miniaturmässig gearbeitet im Palast Borg- 
hese; die Esther de Königs von Sardinien in Turin; die Kö- 
nigin von Saba unter einem Haufen l)ienerinnen vor Salomons 
Throne, vom regierenden Fürsten in Florenz neuerdings ange- 
kauft. Säle, Zimmer, Giebelseiten auf Kalk von ihm mit alle- 
gorischen Dichtungen, oder geschichtlichen Darstellungen fin- 
det man in Venedig häufig, sowol in Palästen, als in Landhäu- 
Eßrn des Gebiets. Höchst sehenswerth ist das des durchlauchtigen 
Doge des venediger F reistaats im Strich Asolo, dessen Bauwerke 
V0?! Palladio, die Gypsarbeiteu von Vittoria, die Gemälde 
der Muscn und vieler anderer heidnischen Gottheiten von Paolo 
sind: Künstlern, welche es unter den Landhäusern neuer Zeit 
so berühmt gemacht, als unter den alten das lucullische war  
L 
m) Eine Veymählung der heil. Calharins in S. Niccolb zu Panie- 
"ßne habe ich schon erwähnt. Die Gnllerie der Akademie in Vene- 
ll. Bd. K
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.