Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292374
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 
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Fürsten der Erde trachteten, weil er sich so vielfach darin 
versucht. Ich habe deren kleinere auf Leinwand, und immer 
reizend gesehen: das Nachtmahl U. H. in Venedig in der So- 
phienlcirche; ein anderes dieser Art, höchst fein gearbeitet, 
Z1! Rom im Hanse Borghese; das Gastmahl, weiches der heil. 
Gregorius den Armen giebt, bei den Serviten in Vicenza; an- 
dere in mehrern Sammlungen. In Venedig malte er vier für 
cbensoviele Speisesiile von Klöstern, gross und reich an Erfin- 
dungen. Das erste die canaanäische Hochzeit ist noch in 
S. Giorgio lllaggiore, 30 Spannen lang, häulig copirt, schätz- 
bar auch wegen der vielen Figuren, 130 an der Zahl, und der 
Bildnisse damals lebender Fürsten und berühmter Männer, wel- 
ches gleichwol nur 90 Ducaten kostete. Das zweite besser er- 
haltene in der Johann-Paulskirche ist das Mahl, welches Matthäus 
dem Herrn bereitet; berühmt wegen seiner Köpfe, welche alle 
Ricei noch in hohem Alter zum Studim vopirte. Das dritte, 
Simonds Gastmahl, ist zu S. Sebastian Das vierte, dasselbe 
Gastmahl, welches im Servitenspeisesaale war, wurde an Lud- 
wig XlV., König von Frankreich, gesendet und in Versailles 
aufgestellt. Dies zogen venediger Kunstrichter allen vor; da- 
her auch viele Copien davon gemacht wurden, wiewol er eine 
für den Speisesaal der Mönche des heil. Nazarius und Celsus 
lieferte, die jetzt zu Genua in der grossen Doriaschen Samm- 
llmg befindlich ist, und, wiewol kleiner als die andern, doch 
keinem der vorigen nachsteht, auch von V0lpato's Grabsti- 
chel verewigt. Ein anderes, auch Simeon's Gastmahl, kann von 
Venedig nachGenua, und ich sah es bei den Herrn Durazzo, 
mit einer wunderbar schönen Magdalene; eine alte Copie fand 
ich im Hause Paolucci zu Pesaro. Welche Strassen hat er 
sich da eröffnet, um Bauwerke anzubringen, und die Zuschauer 
des Festes zu vermehren! welcher Gemüthsausdruck ist in den 
Hilüpthandelnden, und wie ganz im Geiste jener Zeitl welcher 
Reichthum in der Geräthschaft, welcher Ueberlluss in den Spei- 
Sena Welche Pracht der Gäste! Um so vieler Schönheiten willen 
muss man ihm wol die fehlerhafte Zeichnung, in welche er 
Zuweilen 59).verfällt, und die Nichtbeachtung des alten Zeit- 
selten. 
Doch
        

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