Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292361
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Oberitalien. 
Vgnemiiger 
Schule. 
dern, Herren in allerlei Staatstrachten, und auf dem Vor- 
dergrunde herittene Krieger, Waffen, Fahnen, Gefangene, 
Kriegstrophäen. Dieses eirunde Gemälde ist ein Inbegriff jener 
Wunder, womit Paolo das Auge bezaubert, indem er ihm ein 
Ganzes, in allen seinen Theilen leicht verbunden verführt; leuch- 
tende Luftriiume, kostbare Gebäude, in welchen man herum- 
wandeln möchte, heitere, würdevolle Gesichter, meist nach der 
Natur, durch Kunst versohönt; anmuthige, ausdrucksvolle, wohl 
entgegengesetzte Bewegungen; in Schnitt und Zeuch herrliche 
Kleider, Kronen, Scepter, Reichthum, Pracht einer so hehren 
Bildung würdig; Perspectivc, welche die Gegenstände entfernt, 
ohne dass sie in der Nähe misfallen 55), lebhafte ITarben 56), 
bald ähnliche, bald entgegengesetzte, mit ihm ganz eigener 
Kunst, {die sich nicht lehren lässt, verschmolzen; einen Pinsel, 
der mit grösster Schnelligkeit die höchste Einsicht paart, wo 
jeder Strich wirkt, schliesst, belehrt; lauter Gaben, die ihm da- 
mals ganz eigen geworden waren und seinen Geist kennzeich- 
nen. Wer es über sich erhalten kann, Boschini zu lesen  
nicht jedler Italiener kann es  lindet S. 643 ff. ausser der 
Beschreibung dieses Gemäldes das Lob, welches Strozza, M i- 
gnard 'und andere tüchtige Maler ihm als einem der selten- 
sten in Ider Welt ertheilten 57). 
Glefichwol machte ihm diese Arbeit nicht einen solchen 
Namen, als seine Mahlzeiten 58). Wer von seinem Style handelt, 
darf eine: Darstellung nicht übergehen, womit er vor allen vcr- 
traut warr, die er vielmals wiederholte, wonach die größten 
55) Er gewann sie dadurch, dass er die Figuren selbst mit sehr 
bestimmten Umrissen und in allen Theilen angab, und sie {m1, dem 
vielen lNissen und Glück und Anrquth auch in der Nähe durchaus 
nicht verletzen. Zlmetli p. 181. L_ 
56) Dies entstand leicht aus seiner Fertigkeit, wobei die Tinten 
einfach und reinlich blieben. Wer mehrmale wiederholt und tastet, 
kann Frische nicht bewahren, zu welcher gewiss ein anderer Weg 
einzuschlagen ist, Zanellip. 163, L, 
57) Es ist wahr! wenig Gemälde machen eine heiterere, prächtigere, 
belebendere YVirkung, als dieses. Die Franzosen hatten es aus der 
Decke herausgeschnitten (ich glaube, es ist auf Leinwand oder Holz 
gemalt) und mitgenommen, Venedig hat aber diesen wahren Schmuck 
zurückbekommen. Q. 
53) Paolo malte sehr oft die Hochzeit zu Canaan, dies meint Lz. 
mit den Mahlzeiten.  Q.
        

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