Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292319
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, Tiziano, Tintorettoetc. 
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Stadt ich möchte sagen nicht viel weniger gefeiert ist, als 
Paolws selbst: Batista d'Angelo mit dem Beinamen il 
Moro, weil er Eidam und Zögling Torbidois war; Dom e- 
nico Ricei, genannt Brusasorci, von einer Gewohnheit des 
Vaters, Mäuse zu verbrennen; und Paol Farinato, auch 
dßgli Uberti genannt. Diese drei wurden vom Cardinal 
Ercole Gonzaga nach Mantova eingeladen, daselbst "im Dom 
jellßr ein Altarbild zu malen, und mit ihnen Paolo, jünger als 
alle, aber nach Vasariis und Ridolfi"s Urtheile alle in 
dieser Bewerbung übertreffend. Doch ihn zu loben ist hier 
noch nicht der Ort; zuvörderst wollen wir von seinen Mitwer- 
bern sprechen und dann ihm und seinen Nachfolgern ununter- 
brochen, was noch in diesem Zeitraume übrig ist, einräumen. 
Giambatista ist der minder berühmte; doch werden 
all seine Werke so geschützt, dass, als man in S. Eufemia 
eines Umbaus wegen eine Mauer einreissen musste, wo der heil. 
Paulus vor Ananias gemalt war, dies Bild mit vielen Kosten 
vorsichtig geschont und über die Kirchthüre gesetzt wurde; 
und dies war noch dazu eine seiner frühem Arbeiten. Viele  
andere malte er in Oel, und auf Kalk, zuweilen mit Paolo 
wetteifernd. In Genauigkeit, starkem und saftigem Colorit folgt 
er Torbid o, hat aber in der Zeichnung mehr Kraftfülle und, 
irre ich nicht, mehr Anmuth. In dieser Gattung wird ein En- 
gel von ihm in S. Stefano sehr geschätzt, welcher den heil, 
Schuldlcsen die Palmen reicht. Auch in Venedig arbeitete er, 
wo jedoch das heitere und fleissigere Bild unter seinem Namen 
von Ridolfi nicht unbedingt sein, sondern nur angeblich 
Sein genannt wird. Boschini schreibt es ausdrücklich dem 
Vcnediger Francesco Alb erti zu, der durch diese einzige 
Arbeit bekannt ist. Es ist ein Altarbild in S. Maria Maggiore, 
welches U. L. F. zwischen den heil. Johannes und Marcus dar- 
stellt, die von einigen Herrn in herzbglichen Kleidern mit 
ihren Söhnen angebetct wird; die Bildnisse sind sehr lebhaft, 
und aus der Familie Marcello, welchen dieser Altar gehört. 
Vasari handelt von ihm und seinem Sohne, Schüler und Ge- 
hiilfen ehr kurz; auch nennt er nicht Giulio, Batistfs 
Bruder, der sich in allen drei Sehwesterkünsten auszeichnete 
11ml von Zanetti ein gelchrter Maler genannt wird. Beide 
haben, eben wie Batista, in Venedig gemalt, und wer die vier
        

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