Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292290
Zweiter Zeitraum. 
Giorgione, 
Tizianoffintoretto etc. 
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als er, der, im 3l. Jahre gestorben, in mchrern Kirchen schöne 
Proben eines reifen Geistes hinterliess. Gelobtwerden auch 
die beiden Falconetti, Gio. Antonio, trelllicher Thier- 
und Früchtemaler, und Gio, Maria, Melozzws Schüler 
(Notiz. p. 10), ein berühmter Baukünstler und Maler, der, wenn 
nicht viel, doch viel Löbliches, besonders auf Kalk, malte. 
Beide Brüder waren Abstiimmlinge des alten Stefano von 
Vßrßna, oder Zevio, wie man sagen sollte. Nicht minder ver- 
diente auch von Vasari ein gewisser Tullio erwähnt zu 
werden, sonst India il Veechio genannt, ein Wandmaler 
Von nicht gemeiner Geschicklichkeit, ausgezeichneter Bildnis- 
lualer und Copist; dessen Sohn, Bernardino India, in 
Veromfs Kirchen und Gallerien sich sehr gut im Starken, wie 
im Zarten beurkundet, worin er, wenn ich nicht irre, vorzüg- 
licher ist. Sein Styl in mehrern Gemälden zeigt, dass er Giu- 
lio Romanlfs Weg gehen wollte. Er wird von Vasari 
Zugleich mit Eliodoro Forbicini genannt, der in Grottes- 
kßn berühmt war, und sowol lndia, als andern treiilichcn 
Künstlern, in mehrern Arbeiten half. Dionisio Battaglia 
verdient, dass man ihn kennen lerne, wenn um keines andern 
Bildes, doch um der heil. Barbara willen, die Pozzo in S. 
Eufemia von ihm anführt; so auch Scalabrino zweier evan- 
gelischer Bilder wegen in S. Zeno. Auch zwei andere dieses 
Jahrhunderts sind ihrer Arbeiten und Zöglinge wegen sehr 
denkwürdig: Niccolo Giolfino, bei Vasari Ursino, Fa- 
Iinato's Meister, und Antonio Badile, Meister und Oheim 
Caliarfs. Giolfino, oder Golfino, wie Ridolfi ihll 
nennt, gränzt an die Trockenheit der Maler des 15. Jahrhun- 
derts, ist minder belebt und wühlsam in den Formen, als die 
bessern Zeitgenossen; seine Farben sind nicht gar lebhaft, aber 
immuthig und gut zusammengestellt. Vielleicht ward er von 
einem Miniaturmaler jener Zeit gebildet und darum geriethen 
ihm kleinere Bilder, wie eine Auferstehung des Lazarus in der 
Nßzaretkirche, besser, als grosse. Badilc, der 1480 geboren, 
auch 80 Jahre lebte, war wol der erste, der in Verona die Malerei 
W11 allem noch übrigen Alterthiimlichen entkleidete, Aeusseres, 
wie Gemiith und Stimmungen gut darstellte, und eine Weich- 
heit, eine Freiheit des Pinsels einführtc, von welcher man nicht 
weiß: wo er sie erlernte. Er unterzeichnete seine Arbeiten
        

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