Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292289
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Oberitalien. 
Venediger 
Schule. 
überwiegend war, so ward er zu Baldile in die Schule geschickt, 
wo er in kurzer Zeit wundersame Fortschritte machte. Sein 
Leben fiel aber in eine Zeit, wo sich auszuzeichnen viel Mühe 
kostete; solche blühende 'l'alente hatte die veroner Schule auf- 
zuweisen! Es lohnt der Mühe, davon besonders zu handeln; 
denn sie könnte an und für sich allein eine besondere Schule 
ausmachen, wenn ihre vorzüglichen Meister nicht aus dem Pa- 
duaner Mantegna, oder den Vcnediger Bellini, oder Gior- 
gion e, oder, wie wir sehen werden, Tizian geschöpft hätten, 
und sie somit weder aus sich, noch aus den Fremden, sondern 
aus Küntlern des Gebiets entstanden wäre. Wohl wuchs sie 
durch ihre Betriebsamkeit und brachte Style hervor, wie irgend 
ein anderer Ort des Vestlandes, oder noch mehr. Ich habe 
schon angedeutet, wie Vasari bemerke, dass, weil man nach 
F. Giocondo's Tode sich stets in Verona. der Zeichnung 
ganz ausnehmend beflissen, zu allen Zeiten daselbst treliliche 
Maler geblüht etc; ein Lob, das er keiner andern Stadt des 
venediger Gebiets ertheilt. Auch habe ich bemerkt, dass es sich 
im Ausdruck auszeichnete, und man vielleicht nirgends einen 
so durchgängigen Geschmack linden werde, die Köpfe zu besee- 
len, und mit einer Lebhaftigkeit zu bewegen, welche diesem 
Volke eigenthümlich ist. Es hat auch noch eine ihm eigene 
Schönheit; sie ist minder voll und schlank, (als in der venediger 
Schule, aber im Fleisch nicht so röthlieh, noch so frisch. Ue- 
brigens ist sie glücklicher, als jede andere, in Erlindungen, 
indem sie Fabeflehrc und Geschichte zu seltsamen Compositio- 
nen und Verzierung von Palästen und Landhäusern verarbeitet. 
Die für Poesie ganz geeignete Volkthümlichkeit hat den Ma- 
lern im Vorbilden solcher Compositionen geholfen, der Rath 
tüchtiger Männer, die ihr nie fehlten, sie vervollkommnet, und 
der der Malerei so freundliche Himmelstrich sie erhalten; wenn. 
daher in Venedig die salzichte Luft die schönsten Wandhilder 
verderbt hat, so hat sich in Verona und seinen Landhüusern 
eine Menge gehalten. 
Seine vorzüglichen Meister des vorigen Zeitraums haben 
wir kennen gelernt und bemerkten dabei, dass einige ihrer vie- 
len Werke wegen wol diesem guten Jahrhundert anzugehören 
verdienten. lhncn füge ich nun Paolo Cavazzola hinzu, 
M ÜFOHPS Schüler, nach Vasai-Ps Ausspruch viel besser,
        

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