Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292264
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Oberitzüien. 
Venediger 
Schule. 
Jaeopo liebte nicht nur den Boden und die Mauern sei'- 
ner Vaterstadt, von ivelcher ihn keine Hoffnung auf Ehre, oder 
Gewinn trennen konnte, sondern auch seine Mitbürger, denen 
er- sehr gern theils selbst, theils durch seine Söhne, die auch 
nach ihm noch unterrichteten, seine Belehrung gönnte. Ihr 
bester Schüler war Jac opo Apollonio, ihr Neife. Wiewol 
dieser nur die beiden minder berühmten Ohme kannte, machte 
er doch gute Fortschritte in der Kunst; worin man ihn mit ge- 
wissen Schriftstellern vergleichen liann, welche überall ihre va- 
rcrläindische Mundart brauchen, ohne sie mit irgend einer frem- 
den zu mischen. S0 ist auch er ganz Bassanisch in Ideen, 
Bekleidung, Bauwerken, vorzüglich aber in Landschaft, die er 
wahrhaft meisterlich behandelt. Man könnte ihn zuweilen leicht 
mit den wahren Bassani verwechseln, stünde er ihnen nicht 
an Kraft der Tinten, Zartheit der Umrisse und keckem Pinsel- 
schwung nach. Eine Magdalene im bassancr Dom, ein heil. 
Franciscus a, Riforixiati gehören zu seinen besten Arbeiten, nach 
welchen man ihn zu hcuriheilen hat; besonders aber in S. Seba- 
stiano das Bild des lürchenheiligen mit andern Heiligen; ein 
mit dem grössten Fleisse ausgeführtes Bild, welches, die Zart- 
heit ausgenommen, alles mögliche Lob verdient. Manche ha- 
ben ihn gar für den einzigen Zögling dieser Schule gehalten, 
der Erwähnung verdiene. Aber die Bassaner schätzen doch 
auch zwei leibliche Brüder Giulio und Luca Martinelli, 
sehr verständige Schüler Jacopow; auch Antonio Sca- 
jario halten sie einigermasen in Ehren, Giambatistfs da 
Ponte Eidam und Erben, wesshalb er sich auch zuweilen Au- 
tonio da Ponte, Antonio Bassrmo unterzeichnet. Jacopo 
Guadagnini, Sohn einer Tochter Francescom da Ponte, 
vergessen sie ebenfalls nicht, der einiges Verdienst in Bildnis- 
sen und in, freilich matten, Abbildern der Werke seiner Vor! 
fahren hatte. Mit ihm starb im Jahre 1633 in Bassano jede 
Spur von Jacopois Styl und Schule aus. Jedoch stand um 
diese Zeit in Cittadella, unfern Bassano, ein geistreicher Jüng- 
ling auf, Namens Gio. Batista Zampezzo, der, von Apol- 
lonio angeleitet, nachdem er in Venedig studirt hatte, sich 
in Bassano nach Jacopo übte, und die heil. Lucilla, vom heil. 
Valentin getauft, alle Grazie so gut naehahmte, dass Barto- 
lommeo Sealigero urtheilte, man könne sie mit dem Ur-
        

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