Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1292254
Zweiter Zeitraum. 
131. 
die von J aeopo wiederholte Familie da Ponte wieder, die 
Von den Söhnen und ihren Nachkommen auf tausend Bildern 
wiederkehren. Auch in Zimmerbildern von eigner Erfindung 
und Styl wählte er gern die vom Vater behandelten Gegen- 
stände; auch er malte allerlei Thiere nach der Natur sehr ge- 
Sßhickt. Nichts aber trug in ltalien und Europa so sehr zu 
Seiner Berühmtheit bei, als seine vielen Bildnisse, die er stau- 
Ilenswürdig und zuweilen mit einer gewissen ureigenthülnlichen 
Seltsamkeit für Privatleute und Fürsten malte. Vorzüglich be- 
liebt waren die für das Kaiserhaus, wesshalb ihn auch Rudolf ll. 
111m Hofmaler machen wollte, was jedoch Leandro ablehnte. 
E? mochte lieber in Venedig, als in Wien gross werden; Doge 
Grinaani hatte ihn eines trefilichen Bildnisses wegen zu seinem 
Ritter gemacht. Auch behauptete er diese Würde durch ein 
gar staatliches Benehmen: er wohnte, kleidete sich und spei- 
Sete ganz vornehm. Er trug, wenn er ausging, eine goldene 
Kette mit dem Ordenszeichen des heil. Mareus, und viele Schü- 
ler, die in seinem Hause wohnten, machten sein Gefolg. Einer 
trug ihm den vergoldeten Degen; ein anderer das Verzeichnis 
dessen, was er an diesem Tage zu thun hatte. Dieselben 
mussten an seiner Tafel gegenwärtig seyn, und weil er, nach 
dem Brauch der Grossen, Vergiftung argwöhnte, mussten sie 
jede Speise ihm vorkosten, nnr aber nicht zuviel Bissen ma- 
chen; denn dann wurde der Grosse klein und lärmte darüber. 
So hatte auch er seine verdrüsslichen Launen, die aber mehr 
in das Lustige, als in das Tragische umschlugen. 
Giambatista da Ponte wird in der Geschichte kaum 
Genannt, und nur ein Bild in Gallio mit seinem Namen gezeigt, 
welches aber doch Manche dem Style nach für Leandroü 
Arbeit halten. Girolam o, der letzte der Familie, ist bekann- 
ter durch ein in Venedig befindliches in Leandro's Weise 
gßürheitetes und andere in Bassano und der Umgegend gefer- 
tigte Bilder. Man kann ihm, auch in den einfachsten Compu- 
Sitionen, eine gewisse Anmuth der Gesichter und des Colorits 
nicht absprechen. So ist in seiner Vaterstadt in der Johannis- 
kirche die heil. Barbara zwischen zwei stehenden himmelwärts 
blißkenden heil. Jungfrauen, wo die Maria ganz auf die dama- 
lige Weise dargestellt ist.
        

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